EY rückt in den Fokus Insolvenzantrag bei Wirecard – was heißt das für Schadensersatz-Forderungen?

Gastautor: Roland Klaus
25.06.2020, 11:34  |  50610   |   |   

Wirecard hat angekündigt, Insolvenzantrag zu stellen. Spätestens jetzt sollten Anleger ihre Ansprüche auf Schadensersatz prüfen lassen. Diese richten sich nun vor allem gegen den Wirtschaftsprüfer EY Ernst & Young.

Für Anleger, die mit Wirecard Kursverluste erlitten haben, ist der Insolvenzantrag des Unternehmens ein weiterer Rückschlag. Das gilt auf den ersten Blick auch für die Hoffnung, mit einer Schadensersatzklage gegen Wirecard zumindest einen Teil der Verluste zurückzuholen. Doch geschädigte Anleger sollten jetzt auf keinen Fall klein beigeben.

Der Fokus richtet sich nun neben Wirecard vor allem auf den Wirtschaftsprüfer EY (Ernst&Young). Das Unternehmen hat seit Jahren die Bilanzen von Wirecard geprüft und mit einem vollen Testat versehen. Damit steht auch EY in der Verantwortung.

Die Interessengemeinschaft Widerruf prüft derzeit gemeinsam mit der führenden Anwaltskanzlei für Anlegerrecht in Deutschland, wie eine Schadensersatzklage auf EY und andere ausgeweitet werden kann. Anleger sollten sich daher hier für eine kostenlose und unverbindliche Prüfung ihrer Ansprüche anmelden.

Im Zuge dieser Prüfung erfahren Sie, welchen Anspruch auf Schadensersatz Sie haben und wie die Anwälte die Chancen auf eine Durchsetzung dieser Ansprüche einschätzen. Die Forderungen werden sich nun vor allem in zwei Richtungen orientieren.

Das Unternehmen Wirecard

Auch mit einem Insolvenzantrag ist Wirecard nicht aus dem Schneider. Es ist zu vermuten, dass die Insolvenz den Zweck verfolgt, Wirecard neu aufzustellen, zu entschulden und das operative Geschäft fortzusetzen. In diesem Fall wäre auch eine Einigung mit klagenden Aktionären nötig.

Der Wirtschaftsprüfer EY

Ernst&Young prüft die Bücher von Wirecard seit zehn Jahren. In diesen Zeitraum fällt auch die Phase von 2016-2018, die Gegenstand der jüngsten Sonderprüfung durch KPMG war. KPMG schreibt in seinem Gutachten von „nicht hinreichend nachgewiesene Einzahlungen auf Treuhandkonten im Umfang von rund 1 Mrd. Euro“. Dennoch hat EY diese Guthaben testiert.

Der Insolvenzantrag sollte für Wirecard-Anleger das klare Signal sein, dass ihre Verluste nicht nur auf dem Papier stehen. Es ist Zeit, sich zu wehren und Ansprüche auf Schadensersatz prüfen zu lassen! Klar ist auch: Die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen wird durch den Insolvenzantrag nicht einfacher. Doch durch die langjährige Verbindung zwischen Wirecard und EY bestehen nach wie vor gute Chancen, zumindest einen Teil der Verluste als Schadensersatz einzufordern.

 

 

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soweit ich weiß, entsprechen die fehlenden 1,9 MRD Euro in etwa dem Eigenkapital des Konzerns. Eine Kapitalgesellschaft gilt als übeschuldet, wenn das EK aufgebraucht ist. Da bei Wirecard keine aussagekräftige Bilanz vorliegt, könnte es sein, dass die Voraussetzung für eine Insolvenz gegeben ist. Der Vorstand würde sich unter Umständen strafbar machen, hier keinen Antrag einzureichen.

Wenn aber 123 Mio Euro EK übrigbleiben, dann wären das pro Aktie ein Euro, bei 250 Mio verbleibendem EK entsprechend zwei Euro. Bei negativen EK wird entweder eine Umwandlung von Krediten in EK erfolgen, bei gleichzeitigem Kapitalschnitt oder eine KE. Mitnichten ist Wirecard tot, es gibt genügend Möglichkeiten den Betrieb fortzusetzen.
Vielleicht sollten die Interessengemeinschaft Widerruf und Herr Claus jetzt ihr geplantes weiteres klägerisches Vorgehen splitten. Die Mandanten, die Rechtsschutzversicherungen haben oder die Kostenvorschüsse leisten möchten, sollten zeitnah zu einer Klagegemeinschaft zusammengefasst und es sollte Klage eingereicht werden. Die Schäden sind eingetreten. Der frühe Vogel frisst den Wurm. Die Bildung einer Klagegemeinschaft auf Basis Erfolgshonorar dauert viel länger und sollte weiter verfolgt werden. MfG Mathias Boersch Dipl.-Vw (FH)

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