Private Investoren orientieren sich neu

Gastautor: Martin Brosy
26.06.2020, 14:45  |  209   |   |   

Geldanlage in Zeiten von Corona? Gar nicht so einfach! Vor allem viele Privatanleger sind nach wie vor unsicher, bisweilen sogar ängstlich. Steht die zweite Corona-Welle mit dem nächsten Börsenrutsch bevor? Ein guter Seismograf für die Stimmung privater Anleger sind Plattformen wie der FondsSuperMarkt, meinen übereinstimmend Marco Kantner und Frank Berberich, Vorstände der INFOS AG, die den FondsSuperMarkt als eigene Marke betreibt. Eines scheint  klar: „Verstärkt nutzen Anleger die aktuelle Situation zur Neuorientierung“, sagen die beiden im Interview.

Herr Berberich, Herr Kantner, für Anleger war das Umfeld schon entspannter als in den vergangenen Wochen und Monaten. Nach dem ersten Corona-Schock haben sich die Aktienmärkte wieder spürbar erholt. Jetzt aussteigen, bevor die zweite Pandemiewelle über die Börse schwappt?

Marco Kantner: Da mir die Glaskugel fehlt, kann ich diese Frage leider nicht beantworten. Höchstens grundsätzlich, was Anlageberater und Fondsmanager – übrigens zu Recht – ebenfalls gern tun: Geldanlage ist in der Regel kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf, bisweilen sogar ein Marathon. Bei Fondsinvestments sprechen wir nicht über wenige Jahre oder gar Monate, sondern über einen mittel- oder längerfristigen Horizont. Wer dies weiß und beherzigt, kann deutliche Rücksetzer wie den wegen der Corona-Pandemie verstehen und meist auch verkraften.

Im Jahr 2011, auf dem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise, notierte der Dax unter 6.000 Punkten, um danach auf nahezu 14.000 Punkte anzusteigen. Der kürzliche Rücksetzer war zwar deutlich und schmerzte viele Anleger erheblich, doch wer vor knapp zehn Jahren eingestiegen ist, kann immer noch eine vergleichsweise hohe Rendite auf der Habenseite verbuchen. Ich glaube, dass wir eine ähnliche Entwicklung auch künftig haben werden, sobald sich die Gemüter in wirtschaftlicher und emotionaler Hinsicht wieder beruhigt haben.

Jetzt verkaufen, um noch Gewinne mitzunehmen? Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Das hängt entscheidend von der Mentalität und der Lebensplanung jedes Anlegers ab.

Ihr Unternehmen ist mittlerweile, so scheint es, breit aufgestellt mit dem FondsSuperMarkt, dem Fondsladen und seit gut einem Jahr der PRIMA. Kannibalisieren sich diese Geschäftszweige nicht gegenseitig, da sich Online-Vertrieb auf der einen und der Faktor Mensch, also die gleichsam haptische Finanzberatung, gegenüberstehen…

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