Boeing. Uber. Chesepeake Energy. Intu Properties. V, U oder L? Schwache Erholung erhöht das Kreditrisiko

Gastautor: Henning Lindhoff
30.06.2020, 09:15  |  284   |   |   

Die französische Notenbank ärgert sich über die ausufernde Unternehmensverschuldung. In unserem Nachbarland ist der Schuldenstand der Firmen im April um 9,9 Prozent gestiegen. Ein Großteil dieser, während der Pandemie neu aufgenommenen, Schulden wird vom französischen Staat garantiert – im Fall der großen Unternehmen in Höhe von bis zu 80 Prozent. Die Zinssätze für Unternehmenskredite französischer Banken lagen im April durchschnittlich bei nur 1 Prozent. Dies ist der niedrigste Stand seit 2003. Die Banque de France warnt nun: „Der Anstieg der Unternehmensverschuldung könnte die Solvenz vieler Unternehmen beeinträchtigen, und dieses Risiko könnte sich noch verschlimmern, wenn die Erholung schwach ist und sich ihre Ratings verschlechtern. Eine starke Zunahme von Unternehmenskonkursen könnte wiederum die notleidenden Kredite der Banken erhöhen und den für die wirtschaftliche Erholung notwendigen Kreditfluss verlangsamen.“

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Europas Geschäftsbanken werden für das zweite Quartal 2020 einen deutlichen Anstieg der zu erwartenden Kreditverluste ausweisen müssen. Zu dieser Erkenntnis gelangt die Ratingagentur Fitch Ratings in seinem neuesten „Large European Banks Quarterly Credit Tracker“. Europäische Banken hatten bereits vor Beginn der aktuellen Krise ein Rentabilitätsproblem. Das letzte Mal, dass die durchschnittliche Eigenkapitalrendite in diesem Sektor die 10-Prozent-Schwelle erreichte, war 2007. Zu dieser Zeit notierten auch viele Bankaktien auf ihrem All Time High. Seitdem hat der durchschnittliche Return on Equity der europäischen Banken dieses Niveau nicht annähernd wieder erreichen können. Er war sogar in drei von fünf Jahren nach dem Höchststand der Aktienkurse 2007 negativ: in den Jahren 2008, 2011 und 2012.

DIE PANDEMIE-LAGE BELASTET INSBESONDERE GESCHÄFTSIMMOBILIEN

Intu Properties, das 17 Einkaufszentren in Großbritannien besitzt, darunter 9 der 20 größten, ist unter Konkursverwaltung gestellt worden, nachdem die Gespräche mit seinen Gläubigern gescheitert waren. Mit einer Marktkapitalisierung von 13 Mrd. GBP in der Spitze vor über einem Jahrzehnt ist Intu das bisher größte britische Unternehmensopfer der Corona-Krise. Der nahende Untergang gefährdet 132.000 Arbeitsplätze, sowohl im Unternehmen als auch in den Tausenden von Geschäften, die es in seinen Einkaufszentren unterhält. Schulden in Höhe von 4,5 Mrd. GBP stehen zur Diskussion. Zuletzt wurden im Jahr 2017 rund 83 Prozent des damaligen Gewinns ausgeschüttet, um Aktionäre bei der Stange zu halten. Der Free Cash Flow lag letztmals 2016 in den schwarzen Zahlen. In den vergangenen 3 Jahren schrumpfte der Bruttogewinn um 5,15 Prozent pro anno.

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