Monsanto und Tönnies angeeckt Landwirtschaft – The price matters

Nachrichtenquelle: PLATOW Verlag
30.06.2020, 09:31  |  1037   |   |   

Was haben Monsanto und Tönnies gemeinsam? Sie haben sich den oft brutalen Erfordernissen eines Marktes perfekt angepasst, der aus den vorhandenen Ressourcen immer mehr an Masse herausholen muss, dies zu stets günstigen Preisen. Dabei sind beide schwer angeeckt.

Der Hersteller von Saatgut und Herbiziden mit Roundup, dessen Wirkstoff Glyphosat angeblich Krebs begünstigt. Der Betreiber von Europas größtem und modernsten Schlachtbetrieb durch einen Corona-Ausbruch aufgrund unzureichender vor Ort-Prävention gegen das Virus. So unterschiedlich die beiden Vorfälle auch sind, der Ursprung ist stets derselbe. Ohne Zuhilfenahme der chemischen Keule in der Feldwirtschaft und des Einsatzes industrieller und zugleich inhumaner Fertigungsmethoden in den Schlachtbetrieben ist dem Bedarf einer stetig steigenden Weltbevölkerung und dem Preisdiktat des Handels und der Verbraucher nicht beizukommen.

Letztlich sind Monsanto und Tönnies nur Getriebene auf einem Markt, wo es im Zusammenspiel von Herstellern, den Discountern und ihren Kunden oft so herzlos zugeht, wie auf den Feldern und in den Schlachthöfen mit Billiglöhnern, die in der Heimat keine oder nur noch schlechter bezahlte Arbeit finden. Um Entgleisungen wie bei Monsanto oder Tönnies in Zukunft zu vermeiden, reicht es nicht, die auf den ersten Blick Schuldigen an den Pranger zu stellen.

Das gesamte System muss auf den Prüfstand kommen, um Auswüchse dieser Art zu vermeiden. Die Initiative von Julia Klöckner, wieder einmal alle Beteiligten, die Vertreter von Tierhaltern, der Fleisch- und Ernährungsbranche, des Handels, der Wettbewerbshüter, der Tierärzteschaft und der Verbraucherschützer zusammenzubringen, hilft sicher mehr, als sich nur darauf zu konzentrieren, Ställe tierwohlgerechter umzubauen und Felder wieder nachhaltiger zu bewirtschaften. Wenn an der Kasse dafür nicht bezahlt wird, gehen solche Vorstöße ins Leere. Umso wichtiger ist es, disziplinübergreifend zu agieren, statt übereinander herzuziehen.

Die teure und wertevernichtende Lektion für Bayer mit Monsanto und der eingetretene Worst Case im Schlachtbetrieb von Tönnies können am Ende doch noch Gutes bewirken. Der Blick hinter die Kulissen der industriell geprägten Landwirtschaft, in der viel härter agiert wird als etwa an den Bändern der Autoindustrie, mag auch den Konsumenten endlich sensibilisieren. Mit der Achtung des Produkts fängt alles an. Wem sein Auto lieb und teuer ist, der sollte auch Brot und Fleisch mehr wertschätzen.

Dieser Bericht ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Für Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird keine Haftung übernommen.

 

 

 

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Kommentare

Zitat von borazon: Bitte errichtet die DDR wieder und steckt pegasusorion hinein!
Eine Ausweisung in Putins Wundermärchenland in die Slums of Moscow würde vermutlich bereits reichen.


Unsinn! Pegasusorion hat recht. Lieber sich zuerst mal neutral informieren, als unüberlegte Beiträge zu schreiben.
Bitte errichtet die DDR wieder und steckt pegasusorion hinein!
Eine Ausweisung in Putins Wundermärchenland in die Slums of Moscow würde vermutlich bereits reichen.
OMEGON-Zitat: Die Weichenstellungen der Poltik sind so, wie wir es von der DDR gewöhnt waren! ???

Also wir waren in der DDR Selbstversorger auf dem Land und haben unser Gemüse und Fleisch zum großen Teil selber erzeugt.

Die Qualität war damals schon deutlich besser als heute und der Trend auf dem Land geht schon lange wieder in die Richtung und das ist auch gut so.!
Man kann darüber schmunzeln! Es wird so geredet, aber in der Politik anders gehandelt! Die Weichenstellungen der Poltik sind so, wie wir es von der DDR gewöhnt waren! Ich weiß von Fleischern, denen der Schlachtbetrieb verboten wurde, weil in sein Schlachthaus drei Stufen führen, jedoch nur zwei erlaubt sind. Ich weiß von Schlachtern, die kein Wildbret mehr verarbeiten dürfen, weil das nicht in den selben Räumen wie das Schweinefleisch zerlegt werden darf. Die kleinstrukturierte Nahrungsmittelproduktion und -erzeugung wird mit Wissen und auf Dreck der Politik zerstört. Die aktuelle Diskussion und Umsetzung der neuen Düngerichtlinien ist für Betriebe unter 100 ha nicht zu finanzieren und wird innerhalb von 10 Jahren zum Ausscheiden fast aller bäuerlichen landwirtschaftlichen Betrieben führen. Ein Großbetrieb mit Tausenden von Mastschweinen wird jedoch nicht paarweise Schweine an verbliebene kleiner Fleischer verkaufen sondern LKWweise an goße Schlachthöfe! Das Geplärre vor allem der Grünen gegen diese Strukturen ist scheinheilig, da gerade sie damals unter Federführung von Renate Künast und dem Verbraucherministerium diese Strukturen von Heute unter Appluas der Rot-Grünen Regierung in die Wege geleitet wurden.
Künast:" Ich kann nicht erkennen, dass industriell geführte landwirtschaftliche Großbetriebe schlechter sein sollen als bäuerliche Familienbetriebe!"

Und warum das alles? Ein Bäcker könnte theoretisch zwei Semmeln schwarz verkaufen. Aldi unterbindet definitiv so etwas in seinen Läden. Also sind Aldi, Tönnies und Konsorten die natürlichen Verbündeten des Staates und deren Beamten.
Gratulation, sehr gute Ansicht---dann wird es Zeit für einen Neuanfang der damit beginnen sollte,
das diese unfähige Landwirtschaftsministerin ihren Hut nimmt.!

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