Facebook greift Amazon an

Gastautor: Marcus Landau
01.07.2020, 10:25  |  158   |   |   

Der Konzern steigt mit „Facebook Shops“ ins E-Commerce-Geschäft ein. Damit begibt sich das Unternehmen auf das Terrain von Amazon. Die hohe Nutzeranzahl des sozialen Netzwerks deutet auf das große Potenzial des neuen Konzepts hin.

Facebook baut sein Geschäftsmodell aus, um vom wachsenden E-Commerce-Markt zu profitieren. Das neue Konzept trägt den Namen „Facebook Shops“. Dieser Dienst soll es kleinen Unternehmen ermöglichen, ihre Waren direkt über Facebook und Instagram anzubieten und zu verkaufen. Potenzielle Kunden sind durch die Integration von Facebook Shops näher an den Produkten dran. Zugleich ist es wahrscheinlicher, dass sie diese auch kaufen.

Steigende Umsätze und Gewinne erwartet

Facebook schlägt mit dem Coup zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen sind Händler bereit, größere Summen für Werbung auf der E-Commerce-Plattform zu bezahlen. Zum anderen erhebt Facebook eine Gebühr von fünf Prozent auf Verkäufe aus Facebook Shops. Das Umsatzpotenzial für den amerikanischen Internet-Riesen ist dabei enorm: Über alle Plattformen hat Facebook monatlich rund drei Milliarden aktive Nutzer. Sollte es dem Konzern gelingen, bis zum Jahr 2023 einen Marktanteil von zwei Prozent des globalen E-Commerce-Marktes zu erobern, ist laut Analysten ein kumulierter Umsatz aus den Werbeeinnahmen und den erhobenen Gebühren von bis zu sieben Milliarden US-Dollar möglich. Facebooks Einstieg in den E-Commerce-Sektor hat das Potenzial, Konkurrenten wie Amazon und Alibaba vor ernste Probleme zu stellen. Sollte Facebook tatsächlich die neuen Möglichkeiten ausschöpfen können, dürfte auch die Aktie des Unternehmens neu bewertet werden. Experten scheinen optimistisch: Unmittelbar nach der Ankündigung des neuen Dienstes Facebook Shops Ende Mai setzten bei Bloomberg 45 Analysten den Titel auf „Buy“, 5 auf „Hold“ und nur 3 auf „Sell“. Nach Ansicht der Experten dürfte mit dem Start der Plattform die Kasse bei dem sozialen Netzwerk noch stärker klingeln als bisher.

Nach dem Einbruch der Facebook-Aktie während des Corona-Crashs – zwischen Mitte Februar und Mitte März rauschte der Kurs von rund 218 auf 145 Dollar in den Keller – bewegte sich ihr Kurs in der Zwischenzeit wieder deutlich nach oben. Anfang Juli notierte er bei rund 227 Dollar.

Nicht einnehmbar: die Burggraben-Aktie

Auch wenn Facebook in den vergangenen Jahren häufig in der Kritik stand – so musste das soziale Netzwerk beispielsweise zuletzt zahlreiche Fehlinformationen zu Covid-19 von seiner Plattform entfernen – haben die Kalifornier durch die tiefgreifende weltweite Verankerung und Verbraucherakzeptanz ihrer Produkte wie Facebook, WhatsApp und Instagram nach wie vor eine dominante Marktstellung inne. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von „Burggraben-Aktien“. Damit sind Titel von Unternehmen gemeint, deren Geschäftsmodell nicht einfach übernommen oder ersetzt werden kann, weil es wie eine Burg durch einen oder mehrere Burggräben geschützt ist, sprich durch schwer überwindbare wirtschaftliche Vorteile gegenüber der Konkurrenz.

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