Autonom im Terminal unterwegs Startschuss für Digitalisierung im Kombinierten Verkehr

Nachrichtenagentur: news aktuell
02.07.2020, 15:20  |  228   |   |   
Frankfurt (ots) - Gemeinsames Zukunftsprojekt von MAN, Deutscher Bahn,
Hochschule Fresenius und Götting KG gestartet - Entwicklung und Test eines
automatisierten Lkw für flexibleren Containerumschlag im Terminal.

Um den Umschlag zwischen den Verkehrsträgern zu automatisieren, startet zum 1.
Juli 2020 das Projekt "Autonome Innovation im Terminalablauf" (ANITA). Hierfür
wird ein vollautomatisierter Lkw entwickelt und am DUSS Terminal in Ulm im
realen Logistikbetrieb getestet. Der Kombinierte Verkehr - die Verknüpfung von
Straße, Schiene und oder Wasser - gehört zu einem der stärksten Wachstumsmärkte
im gesamten Güterverkehr. Das Projekt ANITA ist ein weiterer wichtiger Baustein
auf dem Weg zur Automatisierung des gesamten Transportprozesses. Es ermöglicht,
Fahrzeuge und Fahrer flexibler einzusetzen.

Projektpartner sind MAN Truck & Bus SE, die Deutsche Bahn AG, Götting KG, und
die Hochschule Fresenius. Gefördert wird es mit Mitteln in Höhe von 5,5
Millionen Euro aus dem Programm "Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien" des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Die Laufzeit beträgt 39 Monate.

Eingesetzt wird der vollautomatisierte Lkw am Standort Ulm Dornstadt. Im
Container-Depot von DB Intermodal Services und dem DUSS-Terminal wird er sich
automatisiert bewegen. Für die Tests wird hierbei stets ein Sicherheitsfahrer
von MAN an Bord sein. Auf dem Gelände wird dafür zunächst die digitale
Infrastruktur mit allen notwendigen Schnittstellen eingerichtet. Erfahrene
Kranführer schlagen die Container um, damit der Betrieb unter realen Bedingungen
getestet werden kann.

Dr. Sigrid Nikutta, DB-Vorstand Güterverkehr: "Der Kombinierte Verkehr ist ein
Schlüssel für die erfolgreiche Verkehrswende. Über die Umschlagterminals erhält
der Kunde Zugang zur Schiene, daher ist es wichtig, dass wir ihm hier effiziente
und innovative Abläufe anbieten. Container müssen schneller und flexibler
umgeschlagen werden. Dafür nutzen wir die Digitalisierung wie im Projekt ANITA:
Autonom fahrende Lkw im Terminal sind erste, aber wichtige Schritte in Richtung
Terminal 4.0."

MAN Truck & Bus SE entwickelt das Fahrzeug für das Projekt: "Gemeinsam mit
unseren Partnern werden wir hierbei wertvolle Erfahrungen mit autonomen
Fahrzeugen im Containerumschlag auf einem Terminalgelände sammeln. Nach unserem
bereits sehr erfolgreichen Platooning-Projekt mit der DB Schenker AG und der
Hochschule Fresenius stellt ANITA den nächsten wichtigen Schritt auf Weg zum
automatisierten Fahren in der Hub to Hub-Anwendung dar - ein weiterer
Meilenstein in unserer MAN-Automation-Roadmap", so Dr. Frederik Zohm, Vorstand
für Forschung und Entwicklung bei MAN Truck & Bus.

Die Götting KG wird Algorithmen zur Ortung und Hinderniserkennung für das
Fahrzeug entwickeln. Der Chef Hans-Heinrich Götting: "Das Projekt ANITA soll
unsere Umgebungswahrnehmung zur Vollautomatisierung perspektivisch auf einen
neuen Level heben. Die Kooperation mit bedeutsamen Partnern innerhalb einer
realen Umgebung ist enorm wichtig für die Götting KG."

Um die Kommunikation zwischen Lkw und Terminal beziehungsweise Containerdepot
sicherzustellen, werden zunächst Verhaltensweisen von Mensch und Maschinen auf
dem Terminalgelände analysiert, um sie nachfolgend in digitale Prozesse und
Regelwerke zu überführen. Darum kümmert sich die Hochschule Fresenius: "Es liegt
in unserer Tradition, Abläufe in komplexen Systemen zu analysieren", sagt Prof.
Dr. Christian T. Haas, Direktor des Instituts für komplexe Systemforschung an
der Hochschule Fresenius. "Im aktuellen Projekt ist die besondere
Herausforderung, das Systemverhalten nicht nur zu verstehen, sondern auch in ein
digitales Konzept zu übertragen, mit dem Maschinen arbeiten können. Oberste
Priorität hat dabei die Sicherheit - für den Rollout-Prozess sind aber auch
Performanz-Aspekte wesentlich."

Pressekontakt:

Melanie Hahn
Pressesprecherin Wirtschaft & Medien/onlineplus
T +49 221 973199-507 · M +49 171 359 2590
melanie.hahn@hs-fresenius.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/59909/4640996
OTS: Hochschule Fresenius
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