DEUTSCHE BANK IM FOKUS Schotten dicht im Corona-Sturm

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
03.07.2020, 08:35  |  1363   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Corona-Pandemie ist der Deutschen Bank mitten in der Sanierung in die Parade gefahren. Die Hoffnung, dass Deutschlands größtes Geldhaus 2020 endlich aus der jahrelangen Krise kommen könnte, ist dahin. Analysten rechnen mal wieder mit einem Milliardenminus - es wäre das sechste Jahr mit einem Verlust in Folge. Doch die Bankspitze sieht sich angesichts trotzdem in ihrem Kurs bestätigt, und Anleger an der Börse scheinen das ähnlich zu sehen. Was bei der Deutschen Bank los ist, was Analysten sagen und wie sich die Aktie entwickelt:

DAS IST LOS BEI DER DEUTSCHEN BANK:

Knapp ein Jahr ist es her, dass Vorstandschef Christian Sewing bei der Deutschen Bank zum großen Kahlschlag ausholte. Binnen kürzester Zeit schredderte er den kompletten Aktienhandel des Hauses, stutzte das verlustreiche Investmentbanking und verlegte den Fokus auf die Geschäftsteile, in denen die Bank schon zuvor Geld verdiente: Unternehmens- und Privatkunden sowie das Geschäft mit internationalem Zahlungsverkehr, Handelsfinanzierung und Wertpapierdienstleistungen.

Nach jahrelangen Verlusten, milliardenschweren Strafen wegen Rechtsverstößen und den allenfalls zaghaften Reformen mehrerer Vorstandschefs war Sewing im April 2018 an die Bankspitze gerückt. Als er gut ein Jahr später seinen Plan für die Bank vorstellte, war klar: Die Kürzungen treffen besonders die hochbezahlten Investmentbanker des Hauses, die zwar in oft riskanten Geschäften riesige Summen bewegten - den Dax-Konzern aber unter dem Strich weit mehr Geld kosteten als sie einbrachten.

Bis zum Jahr 2022 will die Deutsche Bank rund 18 000 Jobs abbauen, rund 74 000 Vollzeitstellen sollen dann weltweit übrig bleiben. In den Kürzungen enthalten sind auch mehrere tausend Jobs, die durch die Integration der Postbank wegfallen.

Größere Kürzungen im Filialnetz hat die Deutsche Bank im Gegensatz zur kleineren Commerzbank bisher nicht auf dem Zettel. Die Deutsche Bank kommt unter ihrer eigenen Marke bundesweit auf rund 500 Filialen, die Postbank auf etwa 800. Wegen der Corona-Krise hat der Konzern jedoch viele Standorte geschlossen - und noch sind nicht alle wieder geöffnet. Andere Banken haben bereits entschieden, einzelne Geschäftsstellen in dem Zuge endgültig dichtzumachen.

Doch derzeit hat die Deutsche Bank wie andere Geldhäuser noch ganz andere Sorgen, als ihre Betriebskosten zu senken. Neben der Niedrigzinsen, die seit Jahren an Erträgen und Ergebnissen nagen, drohen wegen des Wirtschaftseinbruchs infolge der Coronavirus-Pandemie reihenweise Kredite auszufallen. Im ersten Quartal legte die Deutsche Bank deshalb 500 Millionen Euro zurück. Im zweiten Quartal dürften bei der Risikovorsorge 800 Millionen hinzukommen, hatte Finanzchef James von Moltke im Juni gesagt.

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