„System change not clima change“ Kapitalismus und Umweltzerstörung

Gastautor: Rainer Zitelmann
05.07.2020, 15:10  |  1610   |   |   

Eines der am häufigsten angeführten Argumente gegen den Kapitalismus ist, dass der Kapitalismus die Umwelt zerstört. Was ist richtig und was ist falsch an diesem Argument?

Der Kapitalismus ist verantwortlich für die Umweltzerstörung, weil der Kapitalismus auf Wachstum beruht, so lautet ein Argument. Tatsächlich hat der Kapitalismus zu einem ungeheuren Wirtschaftswachstum geführt. Ohne dieses Wachstum hätte jedoch eine steigende Weltbevölkerung nicht auch nur mit dem Nötigsten versorgt werden können. Denn im Jahr 1800 lebte eine Milliarde Menschen auf der Welt, heute sind es mehr als sieben Milliarden.

Wachstum hilft gegen Hunger und Armut

Umso erstaunlicher ist es, dass es trotz dieses rasanten Bevölkerungsanstieges nicht zu einer weltweiten Verarmung kam, sondern ganz im Gegenteil: Im Jahr 1800 waren die meisten Menschen überall auf der Welt extrem arm. Das Durchschnittseinkommen entsprach dem in den ärmsten afrikanischen Staaten von heute. Mehr als 90 Prozent der Menschen lebten in extremer Armut. Durch die Entwicklung des Kapitalismus und das Wirtschaftswachstum wurde der Anteil der extrem armen Menschen auf der Welt auf unter zehn Prozent reduziert – und dies trotz der Versiebenfachung der Weltbevölkerung in dieser Zeit. Wachstum ist also an sich nichts Schlechtes, sondern Wachstum hat zu einer Reduktion von Hunger und Armut geführt.

Die Lebenserwartung zum Zeitpunkt der Geburt hat sich im vergangenen Jahrhundert mehr als doppelt so stark erhöht wie in den 200.000 Jahren zuvor. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind, das heute geboren wird, sein Rentenalter erlebt, ist höher als die Wahrscheinlichkeit unserer Vorfahren, ihren fünften Geburtstag zu feiern. Im Jahr 1900 lag die durchschnittliche Lebenserwartung weltweit bei 31 Jahren, heute sind es 71 Jahre. Von den ungefähr 8000 Generationen des Homo sapiens seit dessen Entstehung vor etwa 200.000 Jahren haben nur die letzten vier zu einer Zeit gelebt, in der die Sterblichkeit massiv zurückgegangen ist.

In den letzten 140 Jahren gab es 106 große Hungersnöte, die jeweils mehr als 100.000 Menschen das Leben kosteten. Besonders hoch waren die Todeszahlen in sozialistischen Ländern wie der Sowjetunion, China, Kambodscha, Äthiopien und Nordkorea, die Abermillionen Menschen durch die zwangsweise Überführung privater Produktionsmittel in Gemeinwirtschaften und den Gebrauch von Hunger als Waffe töteten. Allein beim größten sozialistischen Experiment der Geschichte, Maos „Großem Sprung nach vorne“ Ende der 50er Jahre, starben mehr als 45 Millionen Chinesen.

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