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Einstieg in den Aktienmarkt: Einmalanlage oder Phaseninvestment?

06.07.2020, 15:24  |  1590   |   |   

Zusammenfassung

Die meisten Privatanleger, die erstmalig in den Aktienmarkt investieren möchten oder einen für ihre Verhältnisse hohen Betrag nachinvestieren wollen, stellen sich die Frage, ob sie das Geld sofort in einer Summe in den Markt geben oder stattdessen schrittweise über einen längeren Zeitraum verteilt "einsteigen" sollen. Wir beleuchten diese Fragestellung anhand von 11 praxisbezogenen Kriterien.

Wenn Privatanleger ein Aktieninvestment tätigen wollen, stellen sie sich oft Timing-Fragen wie die folgenden:

    • "Soll ich mit meinem ganzen Anlagebetrag jetzt sofort in den Markt hineingehen?
    • "Soll ich meinen Aktienmarkteinstieg peu à peu über einen längeren Zeitraum strecken?"
    • "Ist es nicht grundsätzlich besser, erst einmal gar nicht zu tun und zu warten?"

Im vorliegenden Blog-Beitrag behandeln wir primär die ersten beiden Fragen, gehen aber auch auf die letzte ein. 

Unsere Fragestellung lautet also: (a) Soforteinstieg per Einmalanlage (nachfolgend abgekürzt "SPE"), (b)  Gestreckter Einstieg als "Phaseninvestment" über 12, 24 oder 36 Monate (nachfolgend "GEP") oder (c) erst einmal keinen bestimmten Einstiegsmodus festlegen und bis auf weiteres warten ("BAW"). Wir analysieren alle drei Alternativen aus 11 verschiedenen Blickwinkeln und Argumenten.

Gesichtspunkt 1: Die Statistische Renditeerwartung

Aus der Sicht der Wissenschaft besteht kein Zweifel, dass der SPE-Ansatz in die Zukunft gerichtet eine höhere erwartete Rendite hat als der GEP-Ansatz. Diese Feststellung ist statistisch eindeutig; man könnte auch sagen schwarz-weiß. Was steckt hinter dieser Feststellung? Aktien besitzen bei normalen Bewertungsverhältnissen eine etwa siebenmal so hohe Renditeerwartung wie das "Sparbuch", sprich die "risikofreie" Anlage (sehr kurzfristige Staatsanleihen hoher Bonität). Zweitens haben Aktien immer eine Renditeerwartung > 0, unabhängig davon, auf welchem Bewertungsniveau sie stehen. Somit verpasst man "jeden Tag", an dem man nicht investiert ist, Rendite bzw. Ertrag im Sinne des Erwartungswertes. Drittens sind Aktienkurse kurz- und mittelfristig (über einen Zeitraum von einem Tag bis rund fünf Jahren) nicht verlässlich genug prognostizierbar, als dass man mit Kursprognosen nach Kosten und Risiko eine zuverlässige Mehrrendite gegenüber dem Marktdurchschnitt erzielen könnte. Das gilt zu jedem Zeitpunkt; egal, ob die Kurse in den letzten sechs Monaten um 40% gefallen oder in den vergangenen fünf Jahren um 200% gestiegen sind. Die kurz- und mittelfristige Nichtprognostizierbarkeit von Aktienkursen (Jacobs/Weber 2016) ist für viele Anleger mental schwer akzeptierbar, das ändert aber nichts an den Fakten. Wenn man die jederzeit positive Renditeerwartung und die Nichtprognostizierbarkeit kombiniert, ist die logische Folgerung: SPE muss im statistischen Mittel rentabler sein als GEP. Historisch-empirischen Daten bestätigen diese Feststellung – Zahlen dazu weiter unten.

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Einstieg in den Aktienmarkt: Einmalanlage oder Phaseninvestment? Sollte man eine größere Geldsumme komplett auf einmal in den Aktienmarkt investieren oder doch besser in mehreren Tranchen über einen längeren Zeitraum verteilt einsteigen?

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