BdP informiert "Krankenkassen lassen die Lungenärzte im Regen stehen!", warnt der Berufsverband der Pneumologen (BdP)

Nachrichtenagentur: news aktuell
08.07.2020, 13:20  |  501   |   |   
Heidenheim (ots) - Die Lungenkrankheit SARS COVID-19 hat Lungenärztinnen und
Lungenärzte in Deutschland noch mehr als alle anderen Fachgruppen schwierige und
bisher unbekannte Herausforderungen beschert. Die ersten Wochen der Pandemie
waren gekennzeichnet von Verunsicherung, Angst, fehlender Schutzkleidung,
Mängeln des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Umorganisation der Patientenpfade,
Sorge um die eigenen Mitarbeiterinnen sowie ein exponentiell anwachsender
Fortbildungsaufwand. Die Lungenärztinnen und Lungenärzte schafften sich
teilweise zu Wucherpreisen Schutzkleidung an, auf deren Kosten sie jetzt sitzen
bleiben, und haben nach allen Kräften ihre Patienten versorgt. "Das Engagement
der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte wird international als ein Grund dafür
angesehen, dass Deutschland bisher besser durch die Corona-Krise kam, als viele
andere Länder.", ist sich der Vorsitzende des Bundesverbandes der Pneumologen
(BdP), Dr. Frank Heimann, sicher.

"Nachdem inzwischen zwar die Zahl der frisch infizierten Patienten zurückgeht,
nimmt jetzt dafür die Zahl der symptomatischen "post"-COVID-Patienten zu, die
Maskenpflicht beschert gesteigerten Beratungsaufwand und somatoforme
Atmungsstörungen haben Konjunktur.", stellt Dr. Frank Powitz, Vorstandsmitglied
des BdP aus München, fest.

Deshalb hat der BdP die KBV gebeten, den erhöhten Beratungs- und
Versorgungsaufwand in einer eigenen Gebührenordnungsziffer (GOP) befristet in
den EBM aufzunehmen. Der GKV Spitzenverband hat sich aber diesem Ansinnen mit
schwachen und fadenscheinigen Argumenten verweigert. "Dies ist ein Schlag ins
Gesicht für alle Ärztinnen und Ärzte, die sich unter Hintanstellung ihrer
wirtschaftlichen Interessen und unter gesundheitlichem Risiko ihre Patienten
versorgen", konstatiert Dr. Christian Franke, Vorstand des BdP. "Wieder einmal
hat sich gezeigt, dass die Krankenkassen kein gesteigertes Interesse an einer
besseren Versorgung der Versicherten zu haben scheinen", so Dr. Franke weiter.

Momentan ist völlig unklar, wann eine 2. Welle der Pandemie die Lungenarztpraxen
erreichen wird. Die fehlende Anerkennung und Unterstützung der intensiven
pneumologischen Versorgung während der dramatischen ersten Wochen der Pandemie
führt zu Enttäuschung und Frustration bei all denen, die wesentlich zum bisher
international bestaunten positiven Verlauf der Corona-Krise in Deutschland
beigetragen haben. Die Lungenärzte hierzulande sind weiterhin hoch motiviert
ihren Beitrag zu leisten und für den weiteren Verlauf der Pandemie
unverzichtbar.

Gerade deshalb fordert der BdP den GKV Spitzenverband auf, dies zu würdigen (und
zu honorieren!), statt das außerordentliche Engagement der Lungenärzte mit
Ignoranz und Gleichgültigkeit in dieser schwierigen Zeit zu beantworten.

Der Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner e.V. (BdP):

Der Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner (BdP) ist ein
Zusammenschluss von Fachärzten mit Schwerpunkt Pneumologie in Klinik und Praxis.
Dem BdP gehört auch die Bundesarbeitsgemeinschaft Pädiatrische Pneumologie e.V.
an.

Zu den Zielen des BdP gehört die Gestaltung von politischen und wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen zur Sicherung der hohen Behandlungsqualität in der
Pneumologie. Außerdem fördert der BdP die Qualifizierung seiner Mitglieder durch
Fortbildungsveranstaltungen. Der BdP betreibt eine umfangreiche
Öffentlichkeitsarbeit zur Aufklärung über die Krankheitsbilder der Atemwege.
Weitere Informationen zum BdP unter http://www.pneumologenverband.de .

Pressekontakt:

Pressekontakt:
Michaela Wilde
Pressereferentin BdP
Fon 07321/94691-18
m.wilde@med-info-gmbh.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/64712/4646332
OTS: Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner
(BdP)


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