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Fast vier Milliarden Euro für Allianz-Aktionäre DividendenAdel-Experte Röhl: Wann hohe Ausschüttungen ein Warnsignal sind und worauf Dividendenjäger achten sollten

08.07.2020, 17:36  |  22112   |   |   

Viele Dax-Konzerne mussten ihre Hauptversammlungen in diesem Jahr verschieben und stehen den Aktionären nur virtuell Rede und Antwort. Ende August sind auch Fresenius und Fresenius Medical Care an der Reihe. Was bei der Terminankündigung auffällt: Die angekündigte Dividende soll trotz Corona fließen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wie ein Blick auf 160 Unternehmen aus DAX, MDax und SDax zeigt.

Etwas mehr als 40 Milliarden Euro sollen dieses Jahr an Aktionäre per Dividenden ausgeschüttet werden. Das ist deutlich weniger als in den Jahren zuvor, doch die Zahl habe ohnehin nur eine begrenzte Aussagekraft, wie Christian Röhl, Investor, DividendenAdel-Blogger und Autor der Dividendenstudie, gegenüber wallstreet:online erklärt. „Die Gesamtsumme der Dividenden ist völlig egal. Interessant ist dagegen der Blick auf die Anhebungen und Ausfälle. Und hier sehen wir deutlichere Rückgänge als während der Finanzkrise.“

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Einige Branchen hat die Pandemie und der Lockdown besonders hart getroffen. Durch die Verschiebung der Aktionärstreffen verzögert sich in diesem Jahr auch die Entscheidung über die Dividende. „Viele Unternehmen – vor allem aus dem MDax und SDax - haben bereits frühzeitig angekündigt, dieses Jahr keine Dividende zu zahlen. Dazu gehören beispielsweise Fielmann, Sixt, Deutsche Euroshop oder Fraport. Für manche Firmen war die Corona-Krise keine normale Rezession, sondern eher ein Berufsverbot.“ Da scheint es naheliegend, dass manche Unternehmen ihre Liquidität lieber absichern statt Gewinne auszuzahlen.

Während viele kleinere Unternehmen aus dem MDax und SDax sich mit den Ausschüttungen dieses Jahr zurückhalten, stemmen die klassischen DAX-Dividendentitel einen Löwenanteil. „Von den über 40 Milliarden Euro, die dieses Jahr insgesamt ausgezahlt werden, gehen allein zehn Prozent – exakt vier Milliarden Euro – an die Allianz-Aktionäre“, so Dividendenexperte Röhl.

Die jetzt fälligen Dividenden beziehen sich ohnehin auf die Vor-Corona-Zeit von 2019. Ein Corona-Effekt könnte also durchaus noch auf sich warten lassen. „Bei den großen Unternehmen sind die Dividenden komfortabel durch den Gewinn von 2019 gedeckt. Die Frage nach den Dividenden aus dem Krisenjahr 2020 stellt sich deshalb erst im nächsten Jahr.“

Obwohl die jährliche Ausschüttung für viele Anleger ein entscheidendes Kriterium beim Aktienkauf ist, sollte man dennoch genau hinschauen, selbst wenn die Dividendenrendite verlockend klingt. „Die Dividende hat nur dann einen Wert, wenn das Geschäft auch mitwächst. Die Maximierung der Ausschüttungen ist kontraproduktiv und funktioniert nicht. In solchen Fällen ist die Dividende kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Warnsignal“, so Röhl, der mit seinem Finanzblog DividendenAdel Unternehmen beobachtet, die besonders zuverlässig und solide Gewinne ausschütten.

„Ein positives Beispiel ist Bechtle. Die Aktie fällt nicht durch eine außergewöhnlich hohe Dividendenrendite auf. Doch die Ausschüttung wurde seit 20 Jahren nie gesenkt und 10-mal in Folge angehoben.“

Dagegen würden andere vermeintliche „Dividendenperlen“ zu Unrecht gehypt. „Auf der anderen Seite steht das Beispiel Shell. Der Konzern hatte die Dividende seit dem Zweiten Weltkrieg nie gesenkt und kam damit bei Investoren gut an. Dieser Illusion sind viele Anleger aufgesessen. Denn das Problem des schwachen Ölpreises gibt es schon seit Jahren. Um die Dividende weiter zahlen zu können, wurden Investitionen zurückgefahren. Jetzt im Zuge der Corona-Krise wurde die Dividende endlich gekürzt. Seitdem ist die Aktie wieder interessant.“

In Krisenzeiten hat die Sicherung von Liquidität für viele Dax-Konzerne Vorrang. Für den Dividenden-Experten Röhl ist das in Ordnung. Denn nur wer in guten Jahren auch mal weniger auszahle, könne seine Aktionäre auch in schlechten Zeiten glücklich machen.

 

Autor: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion

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