ROUNDUP 4 Keine schnelle Lösung der Commerzbank-Führungskrise in Sicht

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
08.07.2020, 20:17  |  619   |   |   

(neu: Mit AR-Beschluss zu Zielke)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Rücktritt von Commerzbank -Chef Martin Zielke spätestens zum Ende dieses Jahres ist besiegelt - aber eine schnelle Lösung der Führungskrise bei dem Frankfurter Institut ist nicht in Sicht. Nach einer fast zehnstündigen Sondersitzung des Aufsichtsrates teilte die Commerzbank am Mittwochabend mit, das Kontrollgremium habe die einvernehmliche Aufhebung von Zielkes Vertrag beschlossen. Zielke habe sich bereiterklärt, "bis zur Berufung eines Nachfolgers die Geschäfte der Bank in vollem Umfang weiterzuführen".

Wer Zielke nachfolgt und somit bei dem teilverstaatlichten MDax -Konzern weitere Einsparungen vorantreibt, blieb zunächst weiterhin unklar - ebenso, wer den Aufsichtsrat künftig führen wird.

Am Freitag hatten überraschend sowohl Konzernchef Zielke als auch der Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Schmittmann ihren Rücktritt angekündigt. Zielke, der die Bank seit Mai 2016 führt, hatte eine einvernehmliche Auflösung seines bis November 2023 laufenden Vertrages spätestens zum Ende des laufenden Jahres angeboten. Schmittmann wird sein Mandat bereits zum 3. August 2020 niederlegen.

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" will jedoch keiner der amtierenden Aufsichtsräte neuer Vorsitzender des Kontrollgremiums werden. Das Kontrollgremium habe die vom Bund in den Aufsichtsrat entsandte Jutta Dönges beauftragt, ein neues Mitglied für das Kontrollgremium zu finden, schrieb die Zeitung am Mittwochabend. Dönges ist Geschäftsführerin der Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur, die die Schulden des Bundes verwaltet.

Die externe Suche nach einem möglichen neuen Chefkontrolleur verzögert allerdings den weiteren Prozess. Denn erst nach der Neubesetzung des Aufsichtsratsvorsitzes soll Insidern zufolge über Zielkes Nachfolger entschieden werden.

Zielke und Schmittmann reagieren mit ihrem Rückzug auf heftige Kritik von Investoren - namentlich des Großaktionärs Cerberus - am Kurs der Bank. Der US-Fonds hatte der Konzernführung vorgeworfen, "über Jahre eklatant versagt" zu haben. Cerberus ist mit gut fünf Prozent zweitgrößter Aktionär der Commerzbank - nach dem deutschen Staat, der seit der Rettung des Instituts mit Steuermilliarden in der Finanzkrise 2009 größter Anteilseigner mit derzeit 15,6 Prozent ist.

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