Bundesregierung Corona-Hilfen für Selbständige und Kleinunternehmer kaum abgerufen

Nachrichtenagentur: Redaktion dts
14.07.2020, 08:43  |  647   |   |   
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Soforthilfen der Bundesregierung für Selbständige, Freiberufler und kleine Betriebe zur Überbrückung der Coronakrise sind bislang nur zu einem kleinen Teil abgerufen worden. Das geht aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage von Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hervor, über welche die RTL/n-tv-Redaktion berichtet. Von den bereitgestellten 50 Milliarden Euro wurden demnach bis zum Stichtag 30. Juni nur rund 13,5 Milliarden Euro zur Auszahlung bewilligt.

Von rund 2,15 Millionen Anträgen wurden 1,75 Millionen positiv beschieden. "Wenn von 50 Milliarden Stabilisierungshilfen nicht einmal ein Drittel ausgezahlt wurden, viele Selbständige aber weiterhin in der Existenzkrise stecken, dann hat der Wirtschaftsminister seinen Job nicht richtig gemacht", kritisierte Göring-Eckardt die Zwischenbilanz der Maßnahmen. "Das zeigt einmal mehr, wie bürokratisch und ungenau Peter Altmaiers Hilfen sind." Wie aus der Antwort des Bundesministeriums weiter hervorgeht, wurden mehr als die Hälfte der Anträge binnen der ersten zwei Wochen des Programms gestellt. So wurden bis zum 14. April von 1,29 Millionen Anträgen rund 938.000 positiv beschieden und Hilfen über 7,94 Milliarden Euro bewilligt. Bis Ende April stieg die Summe ausgezahlter Hilfen auf 10,5 Milliarden Euro an 1,26 Millionen Empfänger. "Es ist völlig falsch, dass die Überbrückungshilfen nur für Betriebskosten, nicht für die Lebenshaltungskosten freigegeben sind", kritisierte Göring-Eckardt. "Selbstständige, die ihre Existenzgrundlage in der Krise verloren haben, müssen dennoch weiter für Leben, Essen und Wohnen aufkommen können." Die Grünen-Fraktionsvorsitzende forderte stattdessen, Betroffenen mit einem "Existenzgeld von 1.200 Euro" zu helfen.

Diesen Artikel teilen


3 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Avatar
14.07.20 11:41:12
Natürlich, das wäre ja der Sinn dahinter---ich denke wir müssen umdenken unser bisheriges Bild von Wirtschaft passt nicht mehr.

Im Mittelpunkt der Wirtschaft steht der Mensch---das passt schon lange nicht mehr---sonst hätte es auch nie einen CORONA-Ausbruch in dieser Dimension geben können.
Avatar
14.07.20 09:02:13
Kenne genügend Menschen die für 1200 netto 40 Stunden und mehr im Angestelltenverhältnis arbeiten müssen, kriegen die das dann auch?
Avatar
14.07.20 08:55:54
Zitat: "Die Grünen-Fraktionsvorsitzende forderte stattdessen, Betroffenen mit einem "Existenzgeld von 1.200 Euro" zu helfen."

Das könnte dann gleich als bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt werden, das wäre echt mal ein Fortschritt durch "Corona"

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel