Vermögensverwalter über Aktienkurse: Treiber sind vor allem psychologische Faktoren - Seite 2

Nachrichtenquelle: DAS INVESTMENT
21.07.2020, 09:16  |  275   |   |   

4. Verfechter der These, dass wir uns in der Frühphase des nächsten Wirtschafts-Aufschwungs befinden, haben in Diskussionen mit erfahrenen Investoren weiterhin einen schweren Stand. Und dies gleich aus mehreren Gründen:


Der Rentenmarkt "kauft" die partielle Börsenerholung nicht. Die Renditeentwicklung hat sich weitgehend von der jüngsten Aktienmarktentwicklung abgekoppelt. Vorwegnahme von Prosperität und steigenden Wachstumsraten durch steigende Langfristrenditen - Fehlanzeige.
Der sogenannte Buffett-Indikator (Börsenkapitalisierung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung) zeigt weiterhin eine historisch einmalig hohe Verzerrung der Bewertung von Vermögenspeisen an. Das unsinnige Argument, dass die niedrigen Zinsen genau diese astronomischen Bewertungsniveaus rechtfertigen, ist einfach nicht totzukriegen. Dass bei einem künstlich geschaffenen Zinssatz von Null jeder eventuelle künftige Gewinn undiskontiert in die heutige Bewertungsrechnung einfließt, stört selbst alte Hasen immer weniger. Fast scheint es, dass rationale Begründungen für eine völlig irrationale Situation als Feigenblatt für Anlagen wider die eigenen Grundüberzeugungen gesucht werden. 2000 und 2008 lassen grüßen.
Das Heer von Arbeitslosen - in völlig anderen Dimensionen verglichen mit der letzten Schuldenkrise - dürfe gravierende Auswirkungen auf die Konsumlaune und -fähigkeit haben. Aktuell werden durch staatliche Zuschüsse und in Rekordtempo bereitgestellte Hilfskredite lodernde Feuer unter Kontrolle gehalten. Setzten allerdings nicht in sehr absehbarer Zeit eine deutliche Beruhigung, Stabilisierung und Erholung ein, droht ein Entgleiten der Situation.



5. Dass der Goldpreis in allen wichtigen Währungen zuletzt neue Höchststände markierte, dürfte kaum einem Anleger entgangen ein. Die wesentlichen und oft kontrovers diskutierten Treiber sind bekannt und großenteils voll in Aktion: Positive relative Renditen im Vergleich zu Billionen von Anleihen mit negativer Rendite, niedrige und weiter fallende Realverzinsungen, Rekordzuflüsse in Gold-ETFs, Lieferengpässe und Fehlallokationen von physischen Beständen. Selbst das aktuelle Abflauen der Schmucknachfrage, die momentane Kaufzurückhaltung der Russen und die positive Entwicklung der Aktienbörsen konnten die Flucht in das Edelmetall nicht bremsen. Vertrauen in einen Wirtschafsaufschwung sieht anders aus.
Seite 2 von 3
Gold jetzt ab 0€ handeln - auf Smartbroker.de

Diesen Artikel teilen

0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer