Bauernpräsident Rukwied kritisiert "unsäglichen Preiskampf" um Billigfleisch

Nachrichtenagentur: news aktuell
29.07.2020, 03:05  |  254   |   |   
Osnabrück (ots) - Bauernpräsident Rukwied kritisiert "unsäglichen Preiskampf" um
Billigfleisch

"Lebensmittel sind zu günstig" - Verbandschef für regionalere
Schlacht-Strukturen

Osnabrück. Bauernpräsident Joachim Rukwied hat einen "Preiskampf" der
Handelskonzerne um Billigfleisch-Angebote kritisiert. Im Interview mit der
"Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Rukwied: "Dafür habe ich absolut kein
Verständnis." Lebensmittel müssten zwar bezahlbar bleiben. "Aber so ein
Preiskampf auf dem Rücken der Bauernfamilien ist unsäglich." Insgesamt seien
Lebensmittel in Deutschland zu günstig, befand Rukwied. "Die Bemühungen der
Bauern werden zu wenig honoriert. Lebensmittel sind mehr wert und benötigen
einen höheren Preis."

Zugleich betonte Rukwied, dass Landwirte unter der starken Marktkonzentration
bei den Handelsketten, aber auch in der Fleischbranche litten. Das habe sich
nach den coronabedingten Schließungen von Schlachthöfen und den daraus
resultierenden Problemen in den Ställen gezeigt. Rukwied sagte: "Wir brauchen
eine stärkere Schlachtung und Produktion in den Regionen." Nach
Corona-Ausbrüchen unter Arbeitern mehrerer großer Schlacht- und Zerlegebetriebe
war die Fleischproduktion, angefangen bei der Tierhaltung, in die Kritik
geraten.

Die Landwirte seien indes bereit, die Tierhaltung in Deutschland zu verbessern.
"Nun muss die Politik aber auch liefern. Es müssen Ställe umgebaut werden, das
heißt: Landwirte brauchen Baugenehmigungen, Planungssicherheit und finanzielle
Unterstützung. Hier erwarten wir einen Zeitplan, wie es weitergehen kann", so
Rukwied.

Zudem müsse sichergestellt werden, dass Landwirte den Mehraufwand auch honoriert
bekämen. "Ein deutlicher Preisaufschlag ist unabdingbar", befand der
Bauernpräsident. Er signalisierte Unterstützung für das Gutachten, das
Regierungsberater im Frühjahr zum Umbau der Tierhaltung vorgestellt hatten.
"Einige Detailfragen müssen noch geklärt werden, aber vom Grundsatz her sind wir
dabei."

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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