„Gold und Silber lieb' ich sehr, kann's auch sehr gebrauchen…“

Gastautor: Robert Halver
29.07.2020, 11:00  |  4587   |   |   

„Gold und Silber lieb' ich sehr, kann's auch sehr gebrauchen…“

Angesichts der Instabilität der (Finanz-)Welt ist dieses alte deutsche Volkslied zum Hit an den Rohstoffmärkten geworden. Ist die Hausse von Gold und Silber der Anfang eines neuen zyklischen Aufwärtstrends? Oder muss man sich wie schon so oft auf lange Zeit fallende bzw. Seitwärts-Kurse einstellen?

Die Finanzstabilität ist gegangen und wird nicht mehr zurückkehren

Um die Konjunktur fiskalpolitisch kaltzustarten, brechen 2020 weltweit alle Schulden-Dämme. Im Präsidentschaftswahljahr wird das amerikanische Haushaltsdefizit mindestens 15 Prozent betragen. Das ist selbst für die USA Hollywood-reif. Und in Europa wird die Stabilitäts- immer mehr in eine „alternativlose“ Schuldenunion umgebaut. Ende des Jahres wird die Weltverschuldung ca. 280 Billionen US-Dollar betragen. 

Notenbanken als Sadisten für Zinssparer

Gemäß dem Motto „Freibier für alle und für immer“ muss die internationale Geldpolitik die Kreditzinsen weiter Richtung null manipulieren und Anleihen massenhaft aufkaufen. Ansonsten wäre der Schuldendienst nicht mehr zu stemmen und der finale Finanz-Super-GAU nicht mehr aufzuhalten.

Dort wo es keine hohen Schuldzinsen gibt, kann es auch keine attraktiven Anlagezinsen geben. Dass Zinssparer immer häufiger Halteprämien zahlen, statt Renditen zu erhalten, hat das frühere Killerargument gegen Gold, es zahle keine Zinsen, gekillt. Spätestens nach Inflation ist Zinssparen Vermögenskastration. Niemand soll hoffen, dass die Notenbanken bei wieder stärker ansteigender Inflation Zinssteigerungen durchführen. Mit Krokodilstränen in den Augen werden sie dankbar für Preissteigerungen sein. Wenn sie oberhalb der Schuldzinsen liegen, fressen sie Staatsschulden auf wie Heuschrecken die Feldfrüchte. Mit negativen Realzinsen hat Amerika sich doch schon immer seiner Kriegsschulden entledigt.  

Die Friedenstauben sind müde geworden

Nicht zuletzt leitet die geopolitische Instabilität Wasser auf die Gold-Mühlen. Unabhängig von den abtrünnigen Briten erinnert Europa weniger an eine Union, eher an eine Erbengemeinschaft, bei der jeder sich selbst der Nächste ist.

Daneben torpediert Donald Trump die friedensstiftende Sicherheitsarchitektur des westlichen Bündnisses. Angesichts der aufgebrochenen gesellschaftlichen Konflikte zeigt das Land ebenso innenpolitische Schwäche. Auch in der Eindämmung der Pandemie tut sich Amerika deutlich schwerer als Europa. Dem American Eagle werden derzeit viele Federn ausgerupft. Niederschlag findet diese Entwicklung in einem schwachen US-Dollar, der an Bedeutung als sicherer Hafen einbüßt. Gegenüber der Weltleitwährung wird Gold immer mehr als Alternativwährung betrachtet.

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