Klaus Kaldemorgen über die Aktienmärkte in Coronazeiten

Gastautor: Simon Weiler
31.07.2020, 08:27  |  117   |   |   

"Historisch schlechte Wirtschaftsdaten und gleichzeitig steigende Aktienkurse, die Indizes wie den Nasdaq zwischenzeitlich schon wieder auf neue Rekordstände getrieben haben. Kann das lange gutgehen? Skeptiker verweisen auf einen ihrer Ansicht nach mittlerweile „absurd“ hoch bewerteten Aktienmarkt. Optimisten führen hingegen die extrem niedrigen Anleiherenditen an und betonen, dass es sich bei der Coronavirus-Pandemie um ein zeitlich begrenztes Ereignis mit vorübergehenden Auswirkungen handelt.

Tatsächlich ist die Rendite, vor allem jene der zehnjährigen US-Staatsanleihen, ein guter Maßstab dafür, wie teuer Aktien mittlerweile sind. Bei einer Rendite von aktuell etwa 0,6 Prozent beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) eines solchen Schuldtitels 165. Anfang des Jahres lag das KGV angesichts einer Rendite von knapp zwei Prozent noch bei 50. Zum Vergleich: Das KGV des globalen Aktienindex MSCI All Country World beträgt derzeit knapp 22, zu Jahresbeginn war es nur geringfügig niedriger und lag bei 20. Vor diesem Hintergrund gibt es also durchaus noch Luft bei der Bewertung von Aktien, selbst wenn man dieser Anlageklasse ein deutlich höheres Risiko zubilligt.

Noch dazu können Durchschnittswerte, wie sie der Blick auf aus mehreren Komponenten bestehende Indizes eben nun einmal hervorbringt, täuschen. Denn die Unterschiede in der Entwicklung der Kurse einzelner Aktien sind geradezu atemberaubend groß. Während etwa der MSCI All Country World seit Jahresanfang noch gut zwei Prozent im Minus notiert, hat die Apple-Aktie – das Papier mit dem höchsten Indexgewicht – hingegen um 27 Prozent zugelegt. Es folgen am Anteil des Index gemessen Microsoft mit plus 28 und Amazon mit plus 65 Prozent.

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