Jahressteuergesetz 2020 Bundesregierung will Xetra-Gold stärker besteuern – zum Unmut der FDP

31.07.2020, 10:17  |  15715   |   |   

Bisher können Anleger von Xetra-Gold nach der Spekulationsfrist von einem Jahr ihre Wertpapiere an der Börse steuerfrei veräußern. Das könnte sich ab dem Jahr 2021 ändern: Die Bundesregierung sieht in dem Entwurf des Jahressteuergesetzes 2020 vor, eine 25-prozentige Abgeltungssteuer zu erheben. Für die FDP ist das ein weiterer Beleg für die Einschränkung privater Anleger.

Das Regierungsvorhaben, ab dem kommenden Jahr Erträge aus der steuerfreien Anlage (auch nach einem Jahr) zu generieren, stößt bei Dr. Florian Toncar, finanzpolitischer Sprecher der Freien Demokraten (FDP), auf Unverständnis. Für ihn gehört das System der Kapitalbesteuerung in Deutschland grundsätzlich auf den Prüfstand. Gegenüber wallstreet:online erklärt er: „Es kann nicht sein, dass immer neue Tatbestände der Steuerpflicht unterliegen, wie es nun für den Verkauf von Edelmetallzertifikaten vorgesehen ist, während kürzlich erst die Berücksichtigung von Verlusten aus Wertpapiergeschäften stark eingeschränkt wurde.“

Dass Gold bei Anlegern gerade beliebter denn je ist, zeigt der Kurs des Goldpreises, der immer mehr in Richtung der 2.000-US-Dollar-Marke je Feinunze (31,1 Gramm) wandert. Auch der Bestand an Xetra-Gold-Anteilen wächst kontinuierlich an. Neben Euwax Gold von der Börse Stuttgart ist Xetra-Gold von der Deutsche Börse Group bei Anlegern sehr gefragt. Dabei handelt es sich um ein Wertpapier beziehungsweise eine Schuldverschreibung, die mit physischem Gold hinterlegt wird. Zurzeit liegt der Kurs der Anleihe bei circa 53,50 Euro pro Gramm. Von Jahresbeginn bis Ende Juni ist der Gold-Bestand dieser Anlage um ungefähr zehn Prozent auf mehr als 220 Tonnen gestiegen.

Seine Partei fordere die Bundesregierung auf, die Kapitalbesteuerung grundlegend zu reformieren und endlich für ein anlegerfreundliches Klima in Deutschland zu sorgen, so MdB Toncar. Um private Vorsorge attraktiver zu gestalten, hatte die FDP-Bundestagsfraktion Anfang des Jahres einen Antrag namens „Sparer schützen, Vermögensaufbau und Altersvorsorge fördern“ gestellt. Damit wollen sich die Liberalen für steuerliche Entlastungen von Anlegern einsetzen. „Beispielsweise möchten wir Kursgewinne von Wertpapieren nach einer Haltefrist von fünf Jahren von der Kapitalertragsteuer freistellen und die vollständige steuerliche Berücksichtigung von Verlusten aus Wertpapiergeschäften gewährleisten. Zudem ist aus unserer Sicht der Sparer-Pauschbetrag zu erhöhen und regelmäßig an die allgemeine Preisentwicklung anzupassen“, so Toncar, der im Finanzausschuss sitzt, weiter.

Anzeige

LESEN SIE DIE AMAZON-BESTSELLER IN BÖRSE & AKTIEN

 

Ein erster FDP-Vorstoß wurde im Finanzausschuss am 11. März abgelehnt. Die SPD-Fraktion erklärte in der Aussprache, Altersvorsorge an der Börse zu betreiben, sei der falsche Weg. Für die Sozialdemokraten mache es mehr Sinn, Vertrauen in die gesetzliche Rente zu haben, die eine höhere Rendite zu verzeichnen habe als private Modelle. Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen wiesen den Antrag energisch zurück. Mehr Entgegenkommen gab es von Seiten der Union, für die viele Themen in dem Papier berechtigt waren. Die Fraktion kündigte Vorschläge zur Verbesserung der privaten Altersvorsorge an.

Die FDP halte an ihren Bestrebungen fest und spreche sich deutlich gegen geplante sowie diskutierte Maßnahmen aus, die mit mehr Bürokratie und höheren Kosten für Anleger verbunden seien.

Nicolas Ebert, wallstreet:online Zentralredaktion

Seite 1 von 2
Gold Index Zertifikat Open-End (SON) jetzt ab 0€ handeln - auf Smartbroker.de



Diesen Artikel teilen

9 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Avatar
02.08.20 21:52:36
Zitat von Bauer85: Gold ist inflationsausgleich, sonst nichts. Wollen sie jetzt die Inflation Besteuern?


Richtig!

Ein Kilogramm Gold wirft gar keinen (Kapital-) Ertrag ab - es bleibt ein Kilogramm Gold. ;)


PS: Ich glaube, dass es bezüglich Steuern auf Inflation schon öfters Klagen gab, aber es kam bislang leider nie was dabei raus ...
Avatar
01.08.20 15:31:06
Gold ist inflationsausgleich, sonst nichts. Wollen sie jetzt die Inflation Besteuern?
Avatar
31.07.20 17:23:35
Ist ja auch logisch. Wo soll das Geld für die griechischen Renten denn herkommen, wenn nicht von den letzten deutschen Kleinanlegern? Die Bevölkerung wird so über den Tisch gezogen. Ein Kleinanleger der sein hart verdientes Geld anlegt ist ein Musterbeispiel für einen produktiven Mitbürger. Diese Leute sollte man nicht bestrafen, sondern fördern!!! Diese neue Steuer ist so sicher wie die Rentner die heute Flaschen sammeln gehen müssen. SPDler haben so einen extremen Hass auf die Angestellten, Selbstständigen, Arbeiter etc. in diesem Land! Egal was man tut es kommen mehr und mehr Steuern, aber die Löhne können niemals so schnell steigen...
Avatar
31.07.20 16:55:06
Ein gewisser Olaf Scholz, den niemand gewählt hat und sicher niemand wählen würde, sieht alle Aktionäre als Millionäre, die man "melken" kann. Tatsache ist, dass nur die Kleinanleger besteuert werden, während er selbst undurchsichtige Geschäfte und Lobbyismus mit den "Großen" betreibt.

Dass er sich so lange nicht zu Worte gemeldet hat, liegt wohl daran, dass er die "Belohnung" von Wirecard nachzählt.

Es ist eine Schande für die Bundesrepublik Deutschland, dass wir KEINE Regierung haben, sondern ein Sammelsurium an gescheiterten Existenzen, die sich in "schwierigen" Verhandlungen zur Regierung erklärt haben.

Es rächt sich nun, dass die Stasi-Schergen nicht ausgemerzt wurden und eine unsägliche "Angie" Merkel Bundeskanzler spielen darf!

Willkommen in der DDR 4.0! Die schleichende Enteignung, sowie die Abschaffung von Bargeld schreiten voran...

...warum sind plötzlich, "dank" Corona, plötzlich Kleinstbeträge, etwa beim Bäcker, per "Karte" zahlbar?
Avatar
31.07.20 16:27:03
Besteuerung hier Besteuerung da, dabei soll man mit staatlich verordneten Nullzinsen eine eigene Altersvorsorge aufbauen -> geht ja wohl nicht.
Also wenn man auf Alternativen setzt hat man 25% Kapitalertragssteuer. Wow welch Vorteil.
Ach ja, vertrauen sie der staatlichen Rente, wohin das führt sieht man ja an den Rentnern die an Altersarmut leiden.
Meine Empfehlung Wohnsitz im Ausland, kaum ein anderes Land zockt seine Bürger derart ab. Und für wen ?
Damit großzügige Geldgeschenke in der EU gemacht werden können.

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel