Wird der starke Euro-Anstieg bereits zu einer Belastung?

Gastautor: Sven Weisenhaus
01.08.2020, 08:06  |  1391   |   |   

Nach Ende des vorgestrigen Xetra-Handels konnten sich die Aktienkurse von ihren teilweise herben Verlusten noch (etwas) erholen. Das gilt auch und insbesondere für die US-Indizes. Der Nasdaq 100 schloss den Tag am Ende sogar mit einem Gewinn ab. Und weil nachbörslich die vier US-Tech-Riesen Alphabet, Amazon, Apple und Facebook mit ihren Geschäftszahlen die Markterwartungen übertrafen, kam es auch noch zu Kurssprüngen. Und so haben die Bären – zumindest am US-Markt – wieder eine Chance vertan.

Berichtssaison: Am Hochpunkt geht es abwärts

Allerdings bleibe ich dennoch skeptisch. Denn schon am 16. Juli hatte ich geschrieben, dass derzeit eigentlich nur noch die Bilanzsaison für Kursimpulse sorgen kann. Inzwischen hat die Berichtssaison ihren Hochpunkt erreicht und bei den wichtigsten Unternehmen bereits für die erwarteten Kursimpulse gesorgt. Was soll also jetzt noch kommen?!

Vielleicht noch das derzeit in Verhandlungen befindliche Rettungspaket der US-Regierung. Allerdings liess sich gestern beobachten, dass die vorgestrigen späten Kursgewinne bereits wieder abgegeben wurden. Und bei unseren heimischen Aktienindizes liefen die späten Kurserholungen deutlich weniger weit als bei den US-Pendants.

Wird der starke Euro-Anstieg bereits zu einer Belastung?

Hat das womöglich mit dem extrem starken Euro zu tun? Die Gemeinschaftswährung kennt gegenüber dem US-Dollar derzeit kein Halten. Fast sämtliche Abwärtstrendlinien (rot im folgenden Chart) hat der EUR/USD mühelos überwunden. Selbst die äußerste Trendlinie (dick rot), über die ich am Mittwoch vergangener Woche berichtete, als der Wechselkurs noch bei „nur“ rund 1,16 USD stand, wurde überwunden, wenn auch nur knapp und noch nicht nachhaltig.

EUR/USD - Chartanalyse

Mit im Hoch mehr als 1,19 Dollar notierte der EUR/USD heute so hoch wie seit Mitte Mai 2018 nicht mehr. Und binnen nur drei Wochen hat der Wechselkurs mehr als 5,8 % zugelegt. Was für Aktienverhältnisse wenig klingt, ist am Devisenmarkt eine echte Hausnummer. Seit dem 14. Mai sind es sogar mehr als 10 %. Einen solchen Anstieg gab es zuletzt im Mai 2011.

Exporte teurer, Importe billiger

Problematisch kann dies für exportorientierte Unternehmen sein. Denn durch einen starken Euro werden die Waren für ausländische Abnehmer in Fremdwährungen teurer. Allerdings wird im Gegenzug der Einkauf von Rohstoffen aus dem Ausland günstiger. Dennoch gelten größere Wechselkursveränderungen an den Börsen häufig als Belastungsfaktor.

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