JPMorgan Chase vs. Bank of America – welche ist die bessere Aktie?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
01.08.2020, 10:20  |  655   |   |   

In den letzten Monaten habe ich mir Sorgen darüber gemacht, was bei JPMorgan Chase (WKN: 850628) kurzfristig schieflaufen könnte. Schließlich ist JPMorgan Chase ein wichtiger Kreditgeber für die in Schwierigkeiten geratene Ölindustrie. Zudem gibt man viele Kreditkarten aus, was in einer Rezession ein Risiko darstellt. Ich habe auch Bedenken, dass JPMorgan seine derzeitige Dividende beibehält, wenn die Wirtschaft schlechter werden sollte.

Doch dann hat die Bank im zweiten Quartal einen Gewinn von fast 4,7 Milliarden USD ausgewiesen. Gleichzeitig hat sie Milliarden zur Deckung von Kreditverlusten zurückgelegt. Daher gibt es für mich keinen Zweifel mehr daran, dass JPMorgan im Moment eine starke Bankaktie ist, die man halten sollte. Außerdem ist sie bei einem derzeitigen Preis von unter 100 USD pro Aktie wahrscheinlich recht billig. Die Bank of America (WKN: 858388) hingegen ist sicherlich keine schlechte Aktie und hat sich während der Coronakrise für eine Bank ziemlich gut geschlagen. Doch was JPMorgan im zweiten Quartal geschafft hat, war meiner Meinung nach etwas ganz Besonderes. Aber warum?

Ein starkes zweites Quartal

Auf dem Papier schnitten JPMorgan und die Bank of America im zweiten Quartal recht ähnlich ab. JPMorgan erzielte im zweiten Quartal einen Reingewinn von fast 4,7 Milliarden USD, was einem Rückgang von 51 % gegenüber dem zweiten Quartal 2019 entspricht. Die Bank of America schaffte einen Reingewinn von etwa 3,5 Milliarden USD, was einem Rückgang von 52 % gegenüber dem zweiten Quartal 2019 entspricht. Beide Aktienkurse sind coronabedingt um ähnliche Niveaus gesunken.

JPMorgan erzielte jedoch Gewinne in Höhe von 4,7 Milliarden USD, während man auch etwa 10,5 Milliarden USD zur Deckung möglicher Kreditverluste zurücklegte. Das ist die wahrscheinlich größte Quartalsrücklage, die JPMorgan je vorgenommen hat. Es ist auch mehr als doppelt so hoch wie die Rückstellung der Bank of America. Die betrug nur 5,1 Milliarden USD.

Jamie Dimon, CEO von JPMorgan, hat immer davon gesprochen, eine „felsenfeste Bilanz“ aufzubauen. Das wurde in diesem Quartal umgesetzt. Während die Bereiche Consumer and Community Banking, Commercial und Corporate Banking in diesem Quartal Verluste verzeichneten, erzielten die Bereiche Asset Management und Corporate and Investment Bank Gewinne. Und die machten das Unternehmen insgesamt profitabel. Insbesondere die Investmentbank hat in diesem Quartal eine phänomenale Leistung erbracht und Erträge in Höhe von 16,4 Milliarden USD verbucht. Dahinter steckten Erträge aus dem Handel mit festverzinslichen Wertpapieren in Höhe von 7,3 Milliarden USD bei einem Gesamtgewinn von fast 5,5 Milliarden USD. Genauso sieht eine „felsenfeste Bilanz“ aus: Wenn die Märkte volatil sind, greift die Investmentbank in die Flaute ein, und wenn sie stabil sind, übernimmt die Verbraucherbank.

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