Corona-Krise zwingt zum Stadtumbau: Immobiliendepots werden jetzt zur Baustelle

Nachrichtenquelle: DAS INVESTMENT
03.08.2020, 09:30  |  155   |   |   
Weniger Büros, dafür größere Wohnflächen: Die Corona-Pandemie wird die Städte verändern, sagt Zsolt Kohalmi, Immobilienexperte und Co-Chef von Pictet Asset Management. Investoren müssen sich darauf einstellen.
Städte tragen heute etwa 80 Prozent zum globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) bei und dieser Anteil dürfte weiter steigen. Zweifellos wird der Covid-19-Ausbruch Einfluss auf die Gestaltung unserer Städte sowie auf die Art und Weise haben, wie wir arbeiten und leben. Die Krise ist aber auch eine Chance, seit langem bestehende Probleme zu lösen. Da die Zinsen und Anleiherenditen fast überall auf der Welt sehr niedrig oder negativ sind, wird die Immobilienbranche weiterhin Investoren locken. Für Anleger ist es jedoch wichtig, sich auf Veränderungen einzustellen.
Von der Corona-Krise stark betroffen ist der Einzelhandel. Nach der Pandemie wird es weniger traditionelle Geschäfte geben. Der stationäre Handel hatte bereits vor der Krise Probleme: Jedes zehnte Geschäft stand leer. Der Lockdown hat diese Entwicklung verstärkt. Auf lange Sicht werden nur Einzelhändler an beliebten Standorten überleben, die ein Einkaufserlebnis bieten oder Freizeitaktivitäten integrieren. Entsprechend werden die Mietpreise vielerorts unter Druck geraten. Für Lagerung und Logistik im Online-Verkauf hingegen benötigen Firmen mehr Fläche.
Weniger Büros, dafür mehr Fläche
Büroflächen in Städten könnten ebenfalls Covid-19 zum Opfer fallen. Hunderte Millionen Menschen haben weltweit im Homeoffice gearbeitet. Der Trend dürfte sich auch nach der Krise fortsetzen. Dass der traditionelle Büroalltag der Vergangenheit angehört, ist jedoch zu kurz gedacht. Büros haben eine Zukunft – selbst, wenn nicht alle Beschäftigten jeden Tag am Firmensitz arbeiten. Menschen sind soziale Wesen. Wir brauchen den Austausch mit Kollegen, um innovativ zu sein und gemeinsam etwas zu erreichen. Das gilt heute mehr denn je: Weil viele Routineaufgaben inzwischen automatisiert sind, werden die verbleibenden 80 Prozent der Arbeitsinhalte, für die Kreativität essenziell ist, in Teams erledigt.Dennoch könnte so manches Bürogebäude in Zukunft leer stehen. Nicht jedes Unternehmen wird die Krise überleben. Vor allem kleinere Firmen könnten Mietkosten sparen und sich gegen Büroräume entscheiden. Für ältere Gebäude außerhalb der Städte Mieter zu finden, dürfte damit schwieriger werden. Eine Möglichkeit wäre, Büroimmobilien in Wohnungen umzuwandeln.
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