COMMERZBANK IM FOKUS Führungschaos - Neue Chefs dringend gesucht

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
03.08.2020, 15:31  |  366   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Als ob die seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Commerzbank wegen Corona und Kostendruck nicht schon genug Probleme gehabt hätte, hat der überraschende Doppelrücktritt des Aufsichtsratschefs Stefan Schmittmann und des Vorstandsvorsitzenden Martin Zielke Anfang Juli auch noch ein Führungschaos ausgelöst. Was bei der Commerzbank los ist, was Analysten sagen und was die Aktie macht.

DAS IST LOS BEI DER COMMERZBANK:

Bei der zweitgrößten börsennotierten Bank Deutschlands beherrscht seit Wochen nur ein Thema die Agenda - die Suche nach neuen Leuten für die Spitze der Bank. Dabei wollte die Commerzbank bei der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal Anfang August eigentlich auch eine neue Strategie vorstellen, inklusive eines deutlich verschärften Sparkurses mit weiteren Stellenstreichungen. Doch damit rechnet inzwischen niemand mehr - schließlich dürfte das der neue Chef machen und nicht mehr der aus dem Amt scheidende Martin Zielke, der spätestens Ende Dezember nach nicht einmal fünf Jahren den Weg für einen Neuanfang frei macht.

Der Manager war am Druck von einigen aggressiven Anlegern wie dem US-Finanzinvestor Cerberus, dem zweitgrößten Anteilseigner der Bank, gescheitert. Zudem fehlte ihm der Rückhalt des Bundes, der mit knapp 16 Prozent der Anteile nach wie vor der größte Aktionär der Bank ist. Zerrieben zwischen den beiden großen Anteilseignern und den Forderungen der Arbeitnehmervertreter, den Sparkurs nicht zu stark zu verschärfen, warf Zielke schließlich hin, will aber immerhin sein Amt geordnet übergeben und bleibt solange an Bord, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Anders macht es Aufsichtsratschef Schmittmann. Er will so schnell wie möglich weg - und zwar noch bei der Sitzung des Aufsichtsgremiums an diesem Montag. Dies wäre auch sinnvoll, da der neue Vorstandschef im Idealfall von dem neuen Mann oder der neuen Frau an der Spitze des Aufsichtsgremiums gesucht werden sollte. Aber bei der Commerzbank drängt die Zeit, schließlich hat sie durch ihren zögerlichen Umbau schon viel davon verloren. Und die Corona-Krise hat die Lage noch mal verschärft.

Aber die Suche nach dem Aufsichtsratschef droht zur Posse zu werden. Das Frankfurter Geldhaus stößt dabei wieder einmal auf Widerstand von Großaktionär Cerberus. Vor dem Treffen des gesamten Aufsichtsrats, der am Montagnachmittag zusammenkommt, brachte sich der Finanzinvestor in Stellung gegen den Kandidaten Hans-Jörg Vetter. Der frühere Chef der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wird als Favorit für Schmittmanns Nachfolge gehandelt.

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