Flossbach von Storch: Das ABC der Corona-Ökonomie

Nachrichtenquelle: DAS INVESTMENT
04.08.2020, 10:15  |  143   |   |   
Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft hart und könnte noch lange dauern. Wie könnte ein Aufschwung aussehen? Antworten liefert ein Buchstabenrätsel.Geduld ist während einer Pandemie (mehr denn je) gefragt. Das Corona-Virus wird uns noch mindestens solange erhalten bleiben und beschäftigen, bis wirksame Impfstoffe oder Medikamente in ausreichender Menge zur Verfügung stehen und alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Restriktionen endgültig aufgehoben sind. Doch selbst dann wird es kein Zurück zur alten Normalität geben. Vieles wird anders sein als vor der Krise.
Corona beschleunigt bestehende Trends
Veränderte Konsumgewohnheiten, flexibleres Arbeiten, weniger Geschäftsreisen, neue Veranstaltungs- und Mobilitätskonzepte, erweiterte Hygieneregeln, aber auch ein stärkerer Staatseinfluss, verbunden mit steigender Verschuldung und dauerhaftem Nullzins, sind Entwicklungen, die teilweise schon vor der Krise erkennbar waren, nun aber mit deutlich höherer Geschwindigkeit voranschreiten.
U, V, W, L oder J?
Die offensichtlichste Veränderung, die wir alle in unserem Arbeits-, Konsum- und gesellschaftlichen Umfeld erleben, ist der beschleunigte Trend zur Digitalisierung. Insofern ist die viel diskutierte Frage, wie schnell sich die Konjunktur nach der Corona-Krise wieder erholt, und welcher Buchstabe den Verlauf der Erholung am besten beschreibt, zu kurz gesprungen. Natürlich macht es für viele Menschen, Unternehmen und Regierungen einen Unterschied, ob der Konjunkturverlauf eher einem V oder einem U ähnelt, die Wirtschaft also schnell wieder auf ihr Vorkrisenniveau steigt oder erst ein langes Tal der Tränen durchschreiten wird.
Buchstabenlehre in Zeiten der Pandemie
Auch ein W wäre denkbar, wenn einem raschen Aufschwung eine zweite Infektionswelle mit weitreichenden Lockdowns folgt oder – unwahrscheinlicher – ein L, bei dem alle staatlichen Hilfspakete und die uneingeschränkte Unterstützung der Notenbanken eine lang anhaltende Rezession nicht verhindern können.
Was der Blick auf die Gesamtwirtschaft beziehungsweise das Bruttoinlandsprodukt verschleiert, sind die höchst unterschiedlichen Entwicklungen unter der Oberfläche. Während einige Sektoren nachhaltig unter der Krise leiden und ihr Schicksal wohl am besten durch den Buchstaben L beschrieben werden kann, gibt es andere Bereiche, deren Wachstumsperspektiven sich langfristig verbessern, und für die ein J die treffendste Buchstabenanalogie wäre.
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