Abgasskandal Rückrufe im Dieselskandal verlangen Softwareupdate mit Folgen

04.08.2020, 12:15  |  369   |   |   

Wird ein Fahrzeug im Rahmen des Abgasskandals zurückgerufen, muss der Fahrzeughalter ein Softwareupdate auf die Motorsteuerung seines Wagens aufspielen lassen. Doch dieses Update kann schwere Nebenwirkungen haben. Wie sich Autobesitzer dagegen wehren können.

Zahlreiche Autohersteller – wie Volkswagen, Daimler oder BMW – haben in ihren Dieselfahrzeugen unzulässige Abschalteinrichtungen verbaut, die die Abgasreinigung im Straßenverkehr drosseln. Nachdem diese Einrichtungen entdeckt wurden, diskutierten Autoindustrie, Behörden und Politik über Möglichkeiten zur Behebung der Abschalteinrichtungen. Die effektivste Lösung wäre eine Hardwareumrüstung gewesen. Der Autoindustrie war das aber zu teuer. Stattdessen stimmte die Politik der Durchführung von Softwareupdates zu.

Wird ein Fahrzeugmodell im Abgasskandal vom zuständigen Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) verpflichtend zurückgerufen, wird ein Softwareupdate des Fahrzeugherstellers auf die Motorsteuerung aufgespielt. Das Update bewirkt dann, dass die Abgasreinigung auch im Normalbetrieb in vollem Umfang abläuft – und nicht nur in Testsituationen, wie es unzulässiger Weise vor dem Softwareupdate der Fall war. Denn: Vorher stieß das Dieselfahrzeug weit mehr gesundheitsschädliche Stickoxide aus als gesetzlich erlaubt. Nach dem Update sollen die Grenzwerte – so die Hersteller – eingehalten werden. Unabhängigen Tests zufolge ist das aber beispielsweise bei einigen Mercedes-Modellen nicht der Fall.

Negative Nebenwirkungen beim Softwareupdate festgestellt

Das Update und die erst im Nachhinein aktivierte Abgasreinigung bringen allerdings einige Nebenwirkungen mit sich, die insbesondere für den Fahrzeughalter nachteilig sind. Die Bauteile in den Fahrzeugen sind meist nicht für eine kontinuierliche Abgasreinigung geschaffen. Daher wäre eine Hardwareumrüstung – der Austausch der minderwertigen Bauteile gegen hochwertige, belastbare Teile – die verbraucherfreundlichste Lösung gewesen. Sie wurde jedoch abgelehnt.

Aufgrund der intensiven Abgasreinigung nach dem durchgeführten Softwareupdate kommt es schnell zu Verschleißerscheinungen an den minderwertigen Bauteilen und am Rußpartikelfilter. Zudem kann der Motor versotten, indem sich Ablagerungen bilden. Dabei verklebt ein Gemisch aus Ruß, Kohlenwasserstoff und Kondenswasser die Abgaskanäle. Die Folgen sind Schäden am Motor, Verminderung der Motorleistung und Erhöhung des Kraftstoffverbrauchs. Zudem können die ebenfalls schädlichen CO2-Emissionen steigen. Einige Dieselfahrer berichten außerdem von lauteren Motorengeräuschen und einem Ruckeln während der Fahrt – als würde der Motor nicht mehr völlig rund laufen.

Softwareupdate umgehen: Klage statt Fahrzeugstilllegung

Betroffene Fahrzeughalter, die die Aufforderung zum Softwareupdate ignorieren, müssen mit der Stilllegung ihres Autos rechnen. Denn: Die angeordneten Maßnahmen zu den amtlichen Rückrufen des KBA sind sowohl für Hersteller als auch für Fahrzeughalter verpflichtend. Am effektivsten wehren sich Dieselfahrer mit einer Klage gegen den Betrug. Zahlreiche Verbraucher haben bereits gegen ihren Autohersteller geklagt und vom Gericht Schadensersatz zugesprochen bekommen. Diese Erfolgsaussichten haben übrigens auch Fahrzeugbesitzer, die das Softwareupdate bereits haben aufspielen lassen.

In der Regel erhält der Fahrzeughalter den Kaufpreis nach Abzug einer Nutzungserstattung zurück und kann das Auto an den Hersteller zurückgeben. Nehmen Sie Kontakt zur Verbraucherrechtskanzlei VON RUEDEN auf. Wir vertreten mehr als 12.000 Mandanten gegen die deutschen Autobauer und helfen auch Ihnen! Wenn Sie rechtsschutzversichert sind, können Sie sogar ohne Kostenrisiko Klage erheben. Nutzen Sie unsere kostenlose Erstberatung, um sich über Ihre rechtlichen Möglichkeiten im Abgasskandal zu informieren. Rufen Sie uns an unter 030 / 200 590 770 oder schreiben Sie eine Mail an info@rueden.de.

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