Wohnimmobilien Wohnimmobilien in Deutschland: Wo sich der Kauf noch lohnt

12.08.2020, 10:00  |  659   |   |   

Von Andre Schmöller, Chief Investment Officer der Domicil Real Estate AG

Die Corona-Pandemie hat in noch nie dagewesenem Tempo unseren Alltag auf den Kopf gestellt. Kein Wunder, dass sich viele potenzielle Investoren und Käufer fragen, ob sich der Wohnimmobilienmarkt auch mit dem Corona-Virus infiziert hat. Die Antwort lautet: Nein! Das Preisniveau verharrt auf einem hohen Momentum. So erwartet der Immobilienverband (IVD), dass der deutsche Wohnimmobilienmarkt aus der aktuellen Krise einigermaßen ungeschoren herauskommen wird. Dies begründet der IVD mit der weiterhin hohen und konstanten Grundnachfrage nach Wohnungen sowie der bei Investoren als "sicheren Hafen" geltenden Assetklasse.

Doch wo lohnen sich noch Immobilienankäufe? Sind es die klassischen A-Städte oder sollte es mehr in die Speckgürtel oder sogar C-Städte gehen? Orientierung kann der aktuelle Wohnatlas 2020 der Postbank AG geben: Vor allem in den Kreisen im Umland der Metropolen - den sogenannten Speckgürteln - steigt das Kaufpreisniveau weiter an, wie der Postbank-Wohnatlas zeigt. Die Nachfrage ist groß, angebotene Wohnungen und Häuser werden schnell verkauft. Aber auch in gefragten ländlichen Regionen können Immobilienbesitzer davon ausgehen, dass ihr Eigenheim an Wert gewinnt, wichtig ist die Wirtschaftsstärke der Umgebung. Eine Investition oder ein Kauf lohnt sich abseits der prognostizierten Preissteigerungen aber vor allem, weil die Zinsen für die Finanzierung so niedrig wie nie sind - vorausgesetzt, man findet das richtige Objekt.

Regionen mit Zukunft
Deshalb schauen sich nicht nur Privatkäufer, sondern auch Investoren vermehrt in den Speckgürteln der großen deutschen Metropolen um. Dabei stellt sich nicht die Frage, ob man in einer B- oder C-Region investieren sollte. Entscheidend ist die Frage: Wollen die Menschen dort wohnen? - also verbindet diese Stadt oder Region all die Vorzüge, um sie als lebenswert zu bezeichnen. Und das können je nach Persönlichkeit natürlich unterschiedliche Präferenzen sein: Der eine mag es ruhig, der andere braucht eine reiche Kultur- und Gastronomielandschaft, Familien achten wiederum auf das Kita- und Schulangebot. Wichtig auch: Gibt es dort Arbeit oder ist die Verkehrsinfrastruktur so gut ausgebaut, dass Pendeln kein Problem ist. Gibt es schnelles Internet, bietet die Immobilie auch baulich die Möglichkeit, flexibel auf Dinge wie Home-Office reagieren zu können? Die prosperierende Rhein-Main-Region mit dem Zentrum Frankfurt am Main zeigt, wie es geht. Städte wie Neu-Isenburg oder Rüsselsheim haben schon heutzutage fast keinen Leerstand an Wohnungen mehr zu vermelden. Selbst Offenbach, eine Region, die früher kein Investor in Betracht zog, ist nun "hipp".

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