Wende im Betrugsfall? Drama um Wirecard: ein Todesfall und eine neue Strategie gegen EY

Gastautor: Roland Klaus
06.08.2020, 08:44  |  28105   |   |   

Der Wirtschaftskrimi um Wirecard wird von einem Todesfall überschattet. Ein ehemaliger Manager des Unternehmens aus den Philippinen ist in Manila gestorben. Aber auch in Bezug auf EY tut sich etwas, das für Schadensersatz-Forderungen der Anleger wichtig sein kann.

Der frühere Asienchef von Wirecard, Christopher B., ist in Manila ums Leben gekommen. Der 45jährige war ein enger Vertrauter des flüchtigen Wirecard-Vorstands Jan Marsalek. Dieser gilt als Drahtzieher des Betrugsfalls, der den ehemaligen Börsen-Highflyer in die Insolvenz getrieben hat. Zudem ermittelten philippinische Behörden wegen des Verdachts auf Geldwäsche gegen den verstorbenen B.

Ob es bei dem Todesfall einen Zusammenhang mit Wirecard gibt, ist offen. B. war zwar schon seit einigen Jahren nicht mehr bei Wirecard angestellt, galt aber noch als wichtiger Geschäftspartner des Unternehmens im asiatischen Raum.

Unterdessen gibt es auch eine wichtige Entwicklung für alle Anleger, die mit Wirecard viel Geld verloren haben und auf Schadensersatz hoffen. Es geht dabei um die Frage, wie der langjährige Wirtschaftsprüfer von Wirecard, die Firma EY Ernst & Young, in die Haftung genommen werden kann.

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Um die Chance auf Schadensersatz zu vergrößern, planen Anlegeranwälte, mehrere Landesgesellschaften von EY zu verklagen. Denn tatsächlich dürfte an den langjährigen Abschlussprüfungen von Wirecard nicht nur die deutsche Gesellschaft von EY beteiligt gewesen sein, sondern beispielsweise auch die Einheiten in Großbritannien, Singapur und den USA.

Die nationalen Gesellschaften von EY sind rechtlich selbständig und unabhängig. Ein internationales Vorgehen könnte demnach die Chancen auf Schadensersatz für Anleger deutlich erhöhen. Ziel dieser Strategie ist es, Wirecard von einem nationalen zu einem internationalen Problem für EY zu machen. Der Wirtschaftsprüfer hat über mehr als zehn Jahre die Bilanzen von Wirecard testiert und dabei die betrügerischen Aktivitäten übersehen.

Unterdessen schaut sich auch die unabhängige Abschlussprüfer-Aufsichtsbehörde (Apas) die Aktivitäten von EY im Wirecard-Skandal an. Die Apas wird vom Bundeswirtschaftsministerium von Peter Altmaier beaufsichtigt. Allerdings stellt sich auch hier die Frage, warum diese Prüfungen nicht früher begonnen haben. Immerhin gab es schon seit vielen Jahren Vorwürfe gegen Wirecard wegen Bilanzfälschung.

Unter dem Strich zeigt sich aktuell, dass die Optionen für geschädigte Anleger auf Schadensersatz immer größer werden. Doch klar ist auch: Aussichten haben nur diejenigen, die selbst aktiv werden. Wer nichts unternimmt, wird keine Entschädigung erhalten. Erster Schritt für ein Vorgehen kann beispielsweise die kostenlose Prüfung der Ansprüche bei der IG Widerruf sein. Im Zuge dieser Prüfung erhalten Anleger Informationen über die Höhe ihrer Schadensersatzansprüche, über die konkreten Schritte für ein Vorgehen sowie über die damit verbundenen Kosten.

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Kommentare

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07.08.20 10:00:38
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Wichtig: Wirecard-Aktionäre müssen derzeit gar nicht aktiv werden. Die Lage ist weiter unübersichtlich und da derzeit keine Gefahr der Verjährung besteht, reicht es aus zu schauen was passiert. Der mögliche Schadenersatz wird nicht nach dem "Windhundverfahren" verteilt.

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