Greta Thunberg Meisterin der Selbstvermarktung

Gastautor: Rainer Zitelmann
08.08.2020, 19:06  |  1275   |   |   


Foto: @GretaThunberg/Twitter

Greta Thunberg beweist wieder ihr PR-Genie. Jetzt hat sie sich für ein Gespräch mit einem Forscher im benachbarten Norwegen an der Grenze zwischen ihren beiden Ländern getroffen. Das zeigten Bilder, die Greta auf Twitter und Instagram veröffentlichte. Auf einem der Fotos begrüßten sich die beiden am Grenzübergang Morokulien mit dem jeweiligen rechten Fuß – ohne dafür jedoch das Land des anderen zu betreten. Greta interviewte den Klima- und Umweltwissenschaftler Per Espen Stoknes für eine Doku-Serie der „BBC“. Weil ihr die Einreise nach Norwegen nicht erlaubt sei, hätten sie und Stoknes sich entschlossen, auf der jeweiligen Seite der schwedisch-norwegischen Grenze zu bleiben.

Greta Thunberg gehört zweifelsohne zu den Menschen, die eine ungewöhnliche Begabung für Selbstvermarktung haben, wenngleich umstritten bleibt, welchen Anteil sie selbst an der Entwicklung der PR-Strategie hatte und welchen Anteil ihre Mutter sowie PR-Profis hatten. So oder so – man kann viele Gemeinsamkeiten feststellen zwischen Gretas Selbstvermarktungsstrategie und jener der zwölf Personen, die ich in meinem Buch „Die Kunst, berühmt zu werden“ porträtiere.

Äußere Markenzeichen und Positionierung

Wie bei anderen Meistern der Selbstvermarktung hat auch Greta Thunberg die Haare zu ihrem äußeren Markenzeichen gemacht. Was bei Donald Trump die verrückten, goldglänzenden Haare sind, bei Karl Lagerfeld der gepuderte Zopf und bei Albert Einstein das ungekämmte weiße Haar, sind bei ihr die Zöpfe.

Kaum eine Jugendliche mit 17 Jahren hat Zöpfe. Die Zöpfe unterstreichen das Kindliche an ihr, ebenso wie ihre Figur und dass sie sich nicht schminkt. Auch ihr Wutausbruch in der bekannten Rede vor den Vereinten Nationen war Teil dieser Selbststilisierung – sie sprach eher wie ein zorniges Kind als wie ein Erwachsener: 'How dare you? You have stolen my dreams and my childhood.' Das Kindliche ist wichtig, denn sie will ja für die Kinder dieser Welt sprechen, denen die Erwachsenen das Leben und die Zukunft gestohlen haben.

Sie stilisiert sich selbst zur unbeugsamen Idealistin, das ist ihre Positionierung. Ihr Motto könnten die Martin Luther zugeschriebenen Worte sein: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.“ Selbst ihre härtesten Kritiker halten ihr den Idealismus zugute, so als ob Idealismus etwas Bewundernswertes sei. Schließlich ist die Geschichte voll von Idealisten, die Schlimmes bewirkt haben.

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Kommentare

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09.08.20 11:21:38
Selbstvermarktung? Das junge Mädchen ist hochgradig seelisch erkrankt. Die Vermarktung übernehmen andere.

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