checkAd

Value Investing ist tot – Es lebe... Value Investing!

Gastautor: Armin Brack M.A.
10.08.2020, 11:13  |  1413   |   |   

Wachstums-Aktien sind angesagt, die Kurse der Technologie-Werte steigen rasant und hieven die Aktien-Indizes weltweit auf neue Höchststände. Und das mitten in der schwersten Wirtschaftskrise aller Zeiten. Trotz und wegen Corona.

Allgemein wird gerne zwischen Value- und Growth-Aktien unterschieden. Die einen sollen unterbewerte Buchwert-Schnäppchen sein, während die anderen hochbewertete Umsatzdynamiker sind. In vorangegangenen Jahrzehnten wechselten sich die Vorlieben der Börsianer regelmäßig ab und es gab jeweils über viele Jahre Perioden, in denen Wachstumswerte viel besser liefen als Value-Aktien und umgekehrt.

Handeln Sie Ihre Einschätzung zu Microsoft Corp.!
Long
Basispreis 236,51€
Hebel 14,82
Ask 0,14
Short
Basispreis 268,09€
Hebel 14,82
Ask 0,14

Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf das Disclaimer Dokument. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

Es gab also ein Muster und wir Menschen lieben Muster und Schubladen. Ungewissheit meiden wir lieber, aber sobald wir etwas einordnen können, halten wir es für beherrschbar – und vorhersagbar. Das ist natürlich eine Illusion, aber eine sehr beruhigende. Und Basis für einen Großteil unserer Anlage-Entscheidungen.

Kleine Geschichtsstunde

Vor dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000 liefen die Technologie-Werte wie wild, während mit Value-Aktien kaum etwas zu verdienen war. Value-Star Warren Buffett wurde damals schon als antiquiert abgeschrieben. Aber seine Stunde kam, als die Technologie-Werte abstürzten und die klassischen Werte eine Renaissance erlebten. Das Wellenmuster funktionierte. Bis zur Finanzkrise 2008/09.

Da gingen alle Aktien in den Keller und erholten sich später wieder. Aber in diesen nunmehr 12 Jahren und durch alle zwischenzeitlichen Krisen hinweg erzeugen die Technologie-Werte eine dauerhafte Überrendite und zwar eine mit jedem Jahr weiter zunehmende.

Dem bisherigen Muster entsprechend wird regelmäßig immer wieder mal das neue Zeitalter der Value-Aktien ausgerufen, denn dieses Ungleichgewicht kann ja nicht ewig anhalten. Oder doch? Fakt ist jedenfalls, dass es immer nur kurze Phasen gab, wo Value-Aktien mal wieder angesagt waren, während ansonsten fast nur die Wachstums-Aktien dominieren.

Dafür gibt es natürlich Gründe. Der erste sind die niedrigen Zinsen und die Notenbankpolitik, denn dieses viele billige Geld fließt auch in Wachstums-Unternehmen, die unter normalen Umständen vielleicht Finanzierungsprobleme bekommen hätten.

Der andere Grund ist, dass die Unterscheidung zwischen Value- und Growth-Aktien nicht mehr passt. Heute wird alles, was nicht mit Hoch-Technologie zu tun hat und mit mindestens zweistelligen Wachstumsraten aufwarten kann, pauschal als Value-Aktie bezeichnet, ob nun Energie-Werte, Auto-Konzerne oder zyklische Stahl-Werte.

Aber eine Value-Aktie gehört nicht bestimmten Branchen an, sondern eine Aktie ist dann eine Value-Aktie, wenn ihr Aktienkurs deutlich niedriger ist als ihr fairer Wert. Ob es sich dabei um ein High-Tech-Unternehmen oder eine angestaubte Verlagskette handelt, ist unerheblich. Die Bewertungs-Diskrepanz ist das entscheidende Kriterium.

Die Erkenntnis hieraus ist, dass die schnöde Unterscheidung zwischen Value und Growth nach der heutigen Anwendung keinen Sinn macht, dass einige Wachstums-Werte bei näherer Betrachtung auch Value-Aktien sind und dass die Behauptung, immer mehr Value-Anleger würden sich von ihrem Investment-Ansatz abwenden, keinem zweiten Blick stand hält.

Setze auf Wachstum...

Schon Philip A. Fisher, Vater der Investoren-Legende Ken Fisher und ein Freund von Warren Buffetts Vater, klärte uns in seinem Standardwerk „Common Stocks and Uncommon Profits“ (übersetzt etwa: „Gewöhnliche Aktien und außergewöhnliche Gewinne“) über das Wesentliche hierzu auf:

„Den größten Investmenterfolg erzielt, wer durch Glück oder gesunden Menschenverstand gelegentlich ein Unternehmen findet, das seinen Umsatz und seinen Gewinn über die Jahre weit besser steigern kann als die Industrie als Ganzes. Des Weiteren zeigt sich, dass wir, wenn wir glauben ein solches Unternehmen gefunden zu haben, besser über einen langen Zeitraum investiert bleiben sollten.“ (Philip A. Fisher)

Fisher empfiehlt also, Aktien von dauerhaft wachsenden Unternehmen zu kaufen. Unternehmen, die in einer wachsenden Branche agieren und am besten stärker als der Branchendurchschnitt wachsen. Dieses Wachstum sollte nicht nur kurzfristig oder aufgrund von Sondereffekten stattfinden, sondern nachhaltig sein.

... aber nicht nur

Was nicht ganz einfach ist, denn sobald es in einer Branche schnell und einfach Geld zu verdienen gibt, zieht dies natürlich Konkurrenten an. Mit der Folge, dass der Wettbewerbsdruck steigt und die Margen sinken. Oder wie es der König der Disruption formulierte, Amazon-Gründer Jeff Bezos: „Deine Marge ist meine Chance“.

Dauerhaft überdurchschnittliches Wachstum erzielen daher nur solche Unternehmen, die über anhaltende Wettbewerbsvorteile verfügen. Markenrechte, Patente, innovative Produktions- oder Vertriebsverfahren oder besondere Instrumente der Kundenbindung.

Fisher kombinierte als einer der Ersten Wachstum und Qualität zu einem Investmentstil, den man heute „Quality Investing“ nennt.

„Die wirklich hervorragenden Unternehmen zu finden und mit ihnen durch all die Schwankungen des Marktes zu gehen, hat sich für wesentlich mehr Leute als wesentlich gewinnbringender erwiesen, als zu versuchen, Aktien billig zu kaufen und teuer zu verkaufen.“ (Philip A. Fisher)

Er gewinnt immer mehr überzeugte Value-Investoren, unter ihnen bekannte Größen wie Warren Buffett, Charlie Munger, Peter Lynch, Jeremy Grantham, Charles T. Akre oder Tom Russo.

*Dieser Text ist ein Auszug aus meinem kostenfreien Geldanlage-Report.*

Jetzt mehr erfahren → www.geldanlage-report.de/archiv/GAR-Update-080820.html

Hinweispflicht nach §34b WpHG: Der/die Verfasser ist/sind in ein oder mehreren der oben genannten Wertpapieren/Basiswerten zum Zeitpunkt des Publikmachens des Artikels investiert: Amazon & Microsoft. Es können daher Interessenskonflikte vorliegen. Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage wünscht Ihnen

Ihr Armin Brack
Chefredakteur Geldanlage-Report
www.geldanlage-report.de

Microsoft Aktie jetzt über den Testsieger (Finanztest 11/2020) handeln, ab 0 € auf Smartbroker.de






Broker-Tipp*

Über Smartbroker, ein Partnerunternehmen der wallstreet:online AG, können Anleger ab null Euro pro Order Wertpapiere handeln: Aktien, Anleihen, 18.000 Fonds ohne Ausgabeaufschlag, ETFs, Zertifikate und Optionsscheine. Beim Smartbroker fallen keine Depotgebühren an. Der Anmeldeprozess für ein Smartbroker-Depot dauert nur fünf Minuten.

* Wir möchten unsere Leser ehrlich informieren und aufklären sowie zu mehr finanzieller Freiheit beitragen: Wenn Sie über unseren Smartbroker handeln oder auf einen Werbe-Link klicken, wird uns das vergütet.





0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Value Investing ist tot – Es lebe... Value Investing! Wachstums-Aktien sind angesagt, die Kurse der Technologie-Werte steigen rasant und hieven die Aktien-Indizes weltweit auf neue Höchststände. Und das mitten in der schwersten Wirtschaftskrise aller Zeiten. Trotz und wegen Corona.

Community