Was ist ein Aktiensplit? Was haben Apple und Tesla vor?

12.08.2020, 16:30  |  2416   |   |   

Zum fünften Mal in seiner Geschichte wird Apple  seine Aktien einem Aktiensplit unterziehen. Mit der vorlegung der letzten Quartalszahlen für das dritte Quartal 2020 kündigte Apple an, dass es mit Wirkung zum 24. August einen Aktiensplit im Verhältnis 4:1 plane. Dies würde bedeuten, dass sich der Apple Aktienkurs von derzeit ca. 430 Dollar je Aktien auf ca 106 Dollar reduzieren würde.

Tesla plant Aktiensplit

Gestern wurde nun bekannt, dass auch Tesla diesem Beispiel folgen möchte. Tesla kündigte gestern an,  mit Wirkung zum 21. August ebenfalls einen Aktiensplit im Verhältnis 5:1 vornehmen zu wollen. Zum Zeitpunkt der Ankündigung wurden die Aktien des Unternehmens von Elon Musk bei fast 1.400 Dollar gehandelt. Damit würde sich der preis für die Tesla Aktien ebenfalls auf ca. 350 Dollar je Stück reduzieren.

Aktiensplits in der Regel keine grundlegende Auswirkungen auf das Unternehmen selbst, aber das finanzielle Manöver ermöglicht es den Unternehmen, von einem steigenden Aktienkurs zu profitieren, indem frisches Geld erlösen und den Zugang zu ihren Aktien verbessern.

Wie funktioniert ein Aktiensplit?

Aktiensplits beginnen mit der Ankündigung des Unternehmens, dass es beabsichtigt, jede Aktie in eine bestimmte Anzahl von Einheiten aufzuteilen.

Wenn also ein Investor eine Aktie eines Unternehmens im Wert von 400 Dollar hält, würde ein Aktiensplit im Verhältnis 4:1 die Aktien dieses Investors in vier Aktien im Wert von je 100 Dollar aufteilen.

Die Marktkapitalisierung des Unternehmens bleibt unverändert, da der Wert der Bestände jedes Investors gleich bleibt (im Beispiel 400 $). Der Unterschied besteht jedoch darin, dass sich die Anzahl der vom Investor gehaltenen Aktien vervielfacht hat (im Beispiel von 1 auf 4).

Das Unternehmen setzt einen Tag fest, an dem der Split wirksam wird. Bei Geschäftsschluss wird allen Investoren, die Aktien halten, die Anzahl der von ihnen gehaltenen Aktien gemäß den Bedingungen des Aktiensplits umgewandelt.

Durch den Aktiensplit erhöht sich der „Float", d.h. die Anzahl der zum Handel verfügbaren Aktien. Mit mehr Aktien auf dem Markt haben mehr Investoren die Chance, einen Teil des Unternehmens zu besitzen.

Ein niedrigerer Aktienpreis macht sie für Investoren mit weniger Kapital leichter zugänglich. Zum Beispiel wäre ein Investor mit nur 200 oder 300 Dollar nicht in der Lage, eine ganze Aktie eines Unternehmens zum Preis von 400 Dollar zu kaufen. Eine Aufteilung der Aktie in Stücke zu 100 Dollar pro Aktie würde mehr Investoren den Kauf ermöglichen.

Im Großen und Ganzen macht die Aktienaufteilung den Besitz ein wenig einfacher und einem größeren Personenkreis zugänglich.

 

Warum sollte ein Unternehmen seine Aktien splitten?

Ein Aktiensplitting kann ein informelles Signal an Investoren sein, dass das Unternehmen optimistisch ist, dass der Aktienkurs weiter steigen kann.

Obwohl der Aktiensplit nichts mit den Fundamentaldaten des Unternehmens zu tun hat, impliziert der Wunsch nach einer Erhöhung des Aktienmenge, dass es eine starke Nachfrage nach Aktien des Unternehmens gibt.

Aber nicht alle Unternehmen mit steigenden Aktienkursen wenden sich am Ende einem Aktiensplit zu. Zum Beispiel sind die Class-A-Aktien von Berkshire Hathaway berüchtigt teuer. Derzeit ist eine einzige Aktie von Warren Buffets Holding Unternehmen  mit 291.906,25 Dollar die teuerste Aktie der Welt. Es teuerer als ein nagelneuer Lamborghini Huracan EVO.

Funktioniert der Prozess auch in die andere Richtung?

Ja. Unternehmen mit niedrigen Aktienkursen können den Wert ihrer börsennotierten Aktien durch die Konsolidierung von Einheiten erhöhen.

Zum Beispiel könnten fünf Aktien zu je 1 $ in eine einzige Aktie zu je 5 $ zusammengelegt werden.

Aber so wie ein Aktiensplit Optimismus hinsichtlich eines steigenden Aktienkurses signalisiert, impliziert ein umgekehrter Aktiensplit Sorgen hinsichtlich eines fallenden Aktienkurses. Unternehmen werden sich häufig dieser Strategie zuwenden, um ein Delisting von einer großen Börse zu vermeiden. Die Nasdaq hat zum Beispiel eine Regel, die besagt, dass eine Aktie Gefahr läuft, von der Börse genommen zu werden, wenn sich der Kurs an 30 aufeinander folgenden Tagen unter 1,00 $ pro Aktie liegt.

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1 Kommentare

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Kommentare

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12.08.20 16:55:10
Bei 22 wollte ich auch kaufen, war aber auswärtig unterwegs.
Tja, so geht's.

Was deine Aussage "Wenn ich etwas hasse, dann wenn etwas so wie hier läuft. Nichts ist nachvollziehbar. " müsstest du präzisieren: "Nichts ist für mich nachvollziehbar". Für andere vielleicht schon. Aber wer hat schon den völligen Marktüberblick?
Aktienverhalten wie bei HB gibt es zuhauf.

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