BAYER IM FOKUS Zwischen Aufbruchstimmung und Glyphosat-Sorgen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
13.08.2020, 14:50  |  737   |   |   

LEVERKUSEN (dpa-AFX) - Bayer bleibt ein Konzern im Umbruch. Während das Management bei der Lösung der zahlreichen, milliardenschweren Rechtsstreitigkeiten durchaus voran kommt, ruckelt es nun infolge der Corona-Pandemie im Tagesgeschäft. Gleichzeitig treibt das Agrarchemie- und Pharmaunternehmen die Integration des 2018 übernommenen Saatgut- und Pflanzenschutzkonzerns Monsanto zügig voran und setzt auch im Pharmageschäft neue Wachstumsimpulse. Was bei Bayer los ist, was die Analysten sagen und wie die Aktie zuletzt lief.

DAS IST LOS BEI BAYER:

Es sollte ein Befreiungsschlag werden: Ende Juni gab Bayer die Einigung in gleich mehreren US-Rechtsstreitigkeiten bekannt. Die Leverkusener nehmen 820 Millionen Dollar in die Hand, um den wesentlichen Teil der US-Verfahren wegen des seit 1979 in den USA verbotenen Umweltgifts PCB beizulegen, das die Tochter Monsanto früher produziert hatte. Hinzu kommt ein 400 Millionen US-Dollar teurer Kompromiss wegen Klagen um angebliche Ernteschäden durch Verwehungen des Unkrautvernichters Dicamba. Dabei erwartet Bayer auch einen Beitrag des mitverklagten Wettbewerbers BASF. Eine Einigung gibt es hier aber noch nicht.

Im Fokus steht aber vor allem die Einigung im Streit um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter, die mittlerweile wackelt. Der zuständige Bundesrichter Vince Chhabria störte sich an dem Teil der Vereinbarung, der mögliche künftige Fälle abdeckt. Dabei geht es um die Bildung eines unabhängigen Wissenschaftsgremiums, das entscheiden soll, ob der Glyphosat-Unkrautvernichter Roundup Lymphdrüsenkrebs verursacht, und falls ja, ab welcher Dosis er gefährlich werden kann.

Angesichts der Skepsis des Richters zog Bayer den Antrag auf Zustimmung zum Umgang mit den möglichen künftigen Fällen zurück, für deren Beilegung 1,25 Milliarden US-Dollar geplant waren. Damit ändert sich zwar eigentlich nichts an der Einigung mit dem Großteil der insgesamt etwa 125 000 eingereichten und nicht eingereichten Klagen, für die bis zu 9,6 Milliarden Dollar (8,1 Mrd Euro) vorgesehen sind.

Allerdings will Bayer eigentlich auch drohende künftige Fälle auf einen Schlag vom Tisch haben, um das Thema ein für alle Mal zu beenden. Der Ansatz bleibe denn auch, eine umfassende Lösung zu finden, sagte Bayer-Chef Werner Baumann Anfang August im Zuge der Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal. Ein neuer Vorschlag werde mit den Repräsentanten künftiger Fälle besprochen.

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