Das könnte das große Thema für 2021 werden

Gastautor: Sven Weisenhaus
14.08.2020, 09:57  |  2699   |   |   

Gestern wurden in den USA wieder Zahlen vom dortigen Arbeitsmarkt veröffentlicht. Diese Daten hatten in den vergangenen Wochen einige Male für zum Teil heftige, mal mehr und mal weniger plausible Kursbewegungen an den Börsen, insbesondere an den Aktienmärkten, gesorgt. Doch dieses Mal verhielten sich die Anleger ruhig.

Das mag wohl auch daran gelegen haben, dass die gemeldeten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe die Erwartungen ziemlich genau getroffen haben. Die Prognose lautete im Durchschnitt auf 1,12 Millionen, die tatsächliche Zahl wurde mit 0,963 Millionen angegeben.

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA

Die Differenz beträgt rund 160.000. Vor einer Woche war diese doppelt so hoch, entsprechend deutlicher fiel die Marktreaktion aus.

Unabhängig davon entwickeln sich die Arbeitsmarktdaten weiter in die richtige Richtung, auch wenn in der vergangenen Woche immer noch mehr als drei Mal so viele Erstanträge gestellt worden sind wie vor der Corona-Krise. Und da auch diverse andere Wirtschaftsdaten klar und deutlich stärker in die richtige Richtung weisen, als man es erwartet bzw. befürchtet hatte, ziehen inzwischen auch wieder die Renditen am Anleihemarkt an.

Hohes Wachstum, hohe Zinsen, geringes Wachstum, niedrige Zinsen

Die Zinsen waren eigentlich schon immer ein Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung. Geht es der Wirtschaft gut, hat man es tendenziell mit höheren oder steigenden Zinsen zu tun, geht es der Wirtschaft schlecht, sinken in der Regel die Renditen. Das hat natürlich auch mit der Geldpolitik der Notenbanken zu tun.

Denn bei einer boomenden Wirtschaft hat man es mit einer hohen Nachfrage der Verbraucher nach Konsumgütern und der Unternehmen nach Investitionsmöglichkeiten zu tun. Dies treibt die Preise. Und um einer Inflation entgegenzuwirken, erhöhen die Notenbanken die Zinsen, damit Verbraucher und Unternehmen einen Anreiz haben, ihr Geld auf verzinsten Konten zu halten. Dies bremst das Wirtschaftswachstum, die Nachfrage und damit die Preise und die Inflation.

Bei einer kränkelnden Wirtschaft möchten die Notenbanken das Gegenteil bewirken. Die Unternehmen sollen mehr investieren und die Verbraucher mehr konsumieren. Das Halten von Geld auf den Konten muss daher unattraktiver werden – durch sinkende Zinsen.

Zinsen im Dauertief

Dieser Mechanismus ist seit einiger Zeit durch die Dauerniedrigzinspolitik der Notenbanken deutlich weniger stark ausgeprägt. Insbesondere mit Beginn der Corona-Krise wurden die Leitzinsen sogar noch einmal kräftig gesenkt und bei rund 0 Prozent zementiert, teilweise sogar noch tiefer. Die moderate Erholung der Renditen, die ab Herbst 2019 zu beobachten war, brach mit der Corona-Krise in sich zusammen.

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