Kursverluste Schadensersatz für Wirecard: Wann zahlt die Rechtsschutzversicherung?

Gastautor: Roland Klaus
18.08.2020, 08:27  |  25361   |   |   

Viele Tausend Anleger, die mit der Wirecard Aktie oder mit Derivaten Geld verloren haben, fordern Schadensersatz. Doch ein Vorgehen ist mit Kosten für Anwalt und Gericht verbunden. Rechtsschutzversicherungen zahlen – aber nicht immer.

Wer eine private Rechtsschutzversicherung hat, kann darauf hoffen, dass diese die Kosten für eine Schadensersatzklage im Fall Wirecard übernimmt. Das ist unabhängig davon, ob sich die Klage gegen die Vorstände von Wirecard, den Wirtschaftsprüfer EY (Ernst&Young) oder gegen die Finanzaufsicht Bafin richtet. Doch nicht alle Versicherungen müssen zahlen: Viele haben in den vergangenen Jahren den Bereich „Kapitalanlage“ in ihren Rechtsschutzbedingungen ausgeschlossen.

Eine Schadensersatzklage im Fall Wirecard fällt in diesen Bereich Kapitalanlage. Das heißt: Die Versicherung muss in diesem Fall nicht zahlen, wenn sie dies in ihren Bedingungen ausgeschlossen hat. Allerdings gilt das nur dann, wenn der Kunde seine Police in den vergangenen Jahren abgeschlossen hat, seit diese neuen Regeln gelten. Vorher abgeschlossene Versicherungen fallen unter die Regeln, die zum Zeitpunkt des Abschlusses galten.

Je älter also eine Rechtsschutzversicherung ist, desto besser sind die Chancen, dass sie die Kosten für einen Rechtsstreit im Fall Wirecard übernimmt. Nach Analysen der Interessengemeinschaft Widerruf greift eine private Rechtsschutzversicherung meistens, wenn sie vor 2009 abgeschlossen worden ist. Erst danach begannen die Versicherungen, Rechtsstreitigkeiten im Bereich Kapitalanlage auszuschließen. Grund war unter anderem die große Aktionärsklage gegen die Deutsche Telekom, die hohe Kosten verursachte. Dieser Trend setzte sich etwa bis 2012 fort. Bis dahin hatten so gut wie alle Rechtsschutzversicherungen das Thema Kapitalanlage in ihren Bedingungen ausgeschlossen.

Policen, die also ab 2012 abgeschlossen worden sind, zahlen im Fall Wirecard daher so gut wie nie. Für Versicherungen aus dem Zeitraum 2009 bis 2012 muss im Einzelfall geprüft werden. Die IG Widerruf bietet geschädigten Wirecard-Anleger hier eine kostenlose Prüfung ihrer Ansprüche auf Schadensersatz. Im Rahmen dieser Prüfung erfahren Sie drei Dinge: Was ist das günstigste Vorgehen, um die Chancen auf Schadensersatz zu maximieren? Welche Kosten sind damit verbunden? Übernimmt eine vorhandene Rechtsschutzversicherung diese Kosten?

Für alle, die keine Rechtsschutzversicherung haben oder bei denen eine vorhandene Rechtsschutzversicherung nicht deckt, bietet die IG Widerruf die Teilnahme an einer Prozessfinanzierung an. Dabei werden zunächst für Anleger keine Kosten für eine Klage fällig. Erst wenn es gelingt, Schadensersatz zu erstreiten, geht ein Teil dieses Geldes an den Prozessfinanzierer. Der Anleger erhält den Rest. Es handelt sich also um ein reines Erfolgshonorar. Dabei gilt: Ohne Erfolg – keine Kosten! Auch zu diesem Modell erhalten Anleger genauere Informationen im Rahmen der kostenlosen Prüfung für Wirecard-Geschädigte.

Wirecard Aktie jetzt ab 0€ handeln - auf Smartbroker.de

Diesen Artikel teilen
Seite 1 von 2


3 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Avatar
27.08.20 16:58:12
Bei der im Artikel benannten IG Widerruf sollte man genau so vorsichtig sein wie damals als Kleinaktionär von WIRECARD. Im Zweifel empfiehlt sich ein Blick auf deren Website/Impressum.
Avatar
18.08.20 18:26:40
Zitat von Grid-Party: Kann man diesen permanenten Werbeclip mal stoppen?


Volle Zustimmung meinerseits!

Ausserdem halte ich das geschriebene, im Bezug auf die Rechtsschutzversicherung, zumind. teilweise für falsch. Bei Zockereien mit z.B. Hebelprodukten, wird da sicher keine Deckung erteilt werden. Wenn es in der Vergangenheit gelungen ist, die Rechtsschutz-Deckung einzuklagen, ging es m.W. stets um Beratungsfehler.
Avatar
18.08.20 11:20:02
Kann man diesen permanenten Werbeclip mal stoppen?

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel