Konvaleszenzplasma: Eine Therapie der alten Schule zur Behandlung von COVID-19?

Gastautor: Simon Weiler
24.08.2020, 05:00  |  114   |   |   

Wie gut dieses Vorgehen zu diesem Zeitpunkt funktioniert hat, kann heute nicht mehr genau nachvollzogen werden. In einer 2006 veröffentlichten Meta-Analyse von 1’703 Influenza-Patienten kamen Forscher zum Schluss, dass das Plasma von genesenen Patienten die Sterblichkeitsrate von Influenza-Patienten mit Lungenentzündung um 21% reduzieren hätte können.(1)

Die Ursprünge dieser Behandlungsmethode gehen zurück auf das Jahr 1890. Der deutsche Mediziner Emil von Behring entwickelte Antitoxine gegen Diphtherie und Tetanus, indem er Meerschweinchen, Ziegen und Pferden Diphtherie- und Tetanustoxine spritzte. Als diese Tiere eine Immunität entwickelten, wurden Antikörper aus ihrem Serum gewonnen. Diese Antikörper konnten nichtimmunisierte Tiere vor Krankheit schützen und erkrankte Tiere heilen. Basierend auf diesen Erkenntnissen spritzte Behring diphteriekranken Kindern das Blutserum von Tieren, die er zuvor künstlich gegen die Krankheit immunisiert hatte. Dieses „Behring’sche Gold“ löste schließlich die Tracheotomie als klassische Behandlung für Diphtherie ab und die Medien lobten Behring als „Retter der Kinder“. Für seine wegweisende Arbeit erhielt er 1901 den ersten Nobelpreis für Medizin.(2)

Diese Behandlungsmethode erwies sich auch bei Ausbrüchen schwerwiegender Atemwegsinfektionen als wirksam, darunter der Ausbruch von SARS im Jahr 2003, der H1N1-Grippe im Jahr 2009 sowie von MERS im Jahr 2012.(3) „Plasma wird eingesetzt, weil sich gezeigt hat, dass es wirkt, und es zudem sehr nebenwirkungsarm ist“, so Prof. Dr. Rainer Blasczyk, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Transplantat Engineering an der Medizinischen Hochschule Hannover in einem Interview mit der deutschen Zeitung „Die Zeit“.(4)

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