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Finanzmarkt Das Ende ist nah

Gastautor: Markus Richert
30.08.2020, 11:54  |  1672   |   |   

Das Ausgangsszenario im Frühjahr dieses Jahres war perfekt. In Folge von Covid-19 erschütterte eine der größten Wirtschaftskrisen die Welt. Innerhalb weniger Tage brachen die Börsen massiv ein. Über Wochen legte ein Lockdown das Leben in den meisten Volkswirtschaften lahm. Das ideale Ausgangsszenario für die ökonomische Apokalypse. Genau davor hatten einige Untergangspropheten in den letzten Jahren immer wieder gewarnt. Wenn nicht jetzt wann dann.

„Nur schlechte Nachrichten, sind gute Nachrichten“ heißt ein Leitsatz, nach dem sich Journalisten und Sachbuchautoren oft richten. Scheinbar verhält es sich mit guten Nachrichten wie mit schlechten Liedern: Niemand will sie hören. Ein Grund dafür ist, dass viele Menschen dazu neigen auf negative Meldungen stärker zu reagieren als auf positive. Diesen Effekt haben Forscher mittlerweile kulturübergreifend bei mehr als tausend Menschen aus 17 Ländern untersucht und bestätigt. Gerade negative Nachrichten zur Börse und zu Aktien scheinen die deutschen Leser dann ganz besonders zu mögen. Denn nach wie vor setzen viele immer noch Aktien mit Spekulation gleich. Das Finanzwissen der Deutschen ist katastrophal. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Studien, die das bewiesen haben. So bezeichneten die Autoren einer Studie der ING-Diba vor kurzem die Bundesbürger als „finanzielle Analphabeten“. Daher wundert es nicht, dass Bücher gerne gelesen werden, die genau diese Angst und Unwissenheit bedienen.

Diese Aktien-Ignoranz ist fatal

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Leider ist diese Aktien-Ignoranz langfristig fatal. Nur Gutverdiener investieren, wenn überhaupt in Deutschland in Aktien. Die Masse der Bevölkerung vergibt damit die Chance ein größeres Vermögen aufzubauen. Obwohl das letzte Jahrzehnt an den Börsen sehr gut verlief, stieg der Anteil der Aktienbesitzer in den vergangenen Jahren nur minimal. Aktuell besitzen nur knapp 16 Prozent der Bürger in Deutschland Aktien oder Aktienfonds. Wenn die Entwicklung so weiter geht, dauert es noch weitere 1046 Jahre bis alle Deutschen Aktien besitzen. Im Jahr 3066 wird es endlich soweit sein, unter der Voraussetzung das keine weiteren Finanzkrisen dazwischenkommen. Das jedenfalls legen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes nahe, die WELT AM SONNTAG ausgewertet hat.

Die Politik versagt auf ganzer Linie

Es wäre eigentlich die Aufgabe der Politik diesem Zustand entgegenzuwirken. Doch leider macht die Politik genau das Gegenteil. Statt gerade Leute mit weniger Geld anzuregen, stärker auf dem Kapitalmarkt mit Aktien und Anleihen für das Alter vorzusorgen, installiert sie immer mehr Hürden. Vor allem die Finanztransaktionssteuer steht in der Kritik. Diese war nach Ausbruch der Finanzkrise eigentlich dafür gedacht hochriskante Spekulationen einzudämmen. Nun steht sie nur noch allgemein im Gesetzentwurf. Sie soll in erster Linie auf Aktien und Aktienfonds erhoben werden. Als wäre die Beteiligung an Unternehmen ein großes Übel. Vor allem mit der Aussicht auf weitere Jahre mit Niedrigzinsen sollte man das Aktiensparen leichter machen statt schwerer. Es ist kontraproduktiv Aktionäre in die Nähe von Spekulanten zu rücken, die mit der ursprünglich geplanten Finanztransaktionssteuer getroffen werden sollten.

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