Abgas-Skandal beginnt neu: Benziner von Audi und Porsche manipuliert?

Gastautor: Roland Klaus
30.08.2020, 18:01  |  2149   |   |   

Beginnt jetzt der Abgas-Skandal 2.0? Einem Gutachten zufolge ist auch die Abgas-Reinigung eines Audi Benziners manipuliert. Auch bei Porsche gibt es ähnliche Berichte. Besitzer solcher Fahrzeuge haben Chancen auf Schadensersatz.  

Ein spektakuläres Gerichtsverfahren vor dem Landgericht Offenburg könnte weitreichende Auswirkungen für viele Autofahrer haben. In dem Verfahren fordert der Besitzer eines Euro 6 Audi Benziners (Audi Q5 TFSI 2.0, Baujahr 2015) Schadensersatz wegen unerlaubter Manipulation der Abgasreinigung seines Fahrzeugs. Solche Vorwürfe kennt man bisher nur von Diesel-Besitzern.

Doch ein im Zuge dieses Verfahrens erstelltes Gutachten zeigt, dass auch in diesem Fahrzeug eine verbotene Abschalteinrichtung für die Abgasreinigung verbaut sein dürfte. Für dieses Gutachten eines unabhängigen Experten wurde der Audi auf einem Prüfstand getestet. Ergebnis: Die Abgaswerte des Fahrzeugs stiegen deutlich an, wenn während des Tests das Lenkrad eingeschlagen wurde.

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Bei einem normalen Test befindet das Fahrzeug auf einem Rollenprüfstand und das Lenkrad wird nicht bewegt. In diesem Modus, der in der Autofahr-Praxis nicht vorkommt, erkennt das Auto offenbar, dass es sich in einem Testverfahren befindet – der Abgas-Ausstoß wird verringert. Sobald jedoch das Lenkrad bewegt wird, wie das auch in einer normalen Fahrsituation geschieht, erhöhen sich laut Gutachten die Abgaswerte deutlich. Das Auto wähnt sich also im normalen Straßenverkehr.

Dieses Phänomen kennen wir bereits aus dem Diesel-Skandal. Experten sprechen von Zykluserkennung. Das Gutachten in dem aktuellen Fall besagt, dass der Ausstoß bei Stickoxiden um 24 Prozent und bei Kohlenmonoxid um 60 Prozent höher lag als im „Prüfstand-Modus“. Bei Stickoxiden lag der Ausstoß bei mehr als 80 mg/km - und damit über dem zulässigen Wert für Euro 6 Benziner von 60 mg/km. Dieser Wert ist zudem viermal so hoch wie von Audi angegeben.

Ein Urteil ist in dem Gerichtsprozess noch nicht gefallen. Aber einiges deutet darauf hin, dass es zu einem zweiten Abgas-Skandal im VW/Audi-Konzern kommen könnte. Besitzer von Diesel- und Benziner-Fahrzeugen können bei der IG Widerruf kostenlos und unverbindlich prüfen lassen, ob sich in ihrem Fall einen Ansatzpunkt für Schadensersatz gibt. Für Besitzer eines Diesel-Fahrzeugs hat der Bundesgerichtshof (BGH) bereits entschieden, dass Anspruch auf Schadensersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung (§826 BGB) besteht. Ähnliches wäre auch zu erwarten, wenn sich die Manipulation im vorliegenden Fall des Audi Benziners bewahrheitet.

Auch bei Porsche gibt es laut BILD Berichte über Manipulationen an den Motoren. Offenbar hat das Unternehmen bereits eigene Ermittlungen aufgenommen. Bereits jetzt sind neben den bekannten VW Diesel EA189 auch die Motoren EA288 und EA897 aussichtsreich. Nun kommen möglicherweise diverse Benziner-Modelle aus der VW / Audi Gruppe hinzu. 

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