Marktkommentar: Dr. Ulrich Kaffarnik (DJE): Beginnende Hausse statt Bärenmarktrallye
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Marktkommentar Dr. Ulrich Kaffarnik (DJE): Beginnende Hausse statt Bärenmarktrallye

Gastautor: Asset Standard
01.09.2020, 11:15  |  598   |   |   

Es gibt Gründe, vom Beginn einer länger andauernden Aufwärtsbewegung anstatt von einer Bärenmarktrallye auszugehen.

27.08.2020 - Um die Folgen von Corona abzumildern, pumpen die Notenbanken ungeheure Geldmengen in die Märkte. Dadurch sollte sich die Konjunktur nach dem tiefen Einbruch allmählich wieder erholen können. Zudem sind viele Investoren noch nicht oder nur gering in Aktien investiert -Gründe für Dr. Ulrich Kaffarnik, vom Beginn einer länger andauernden Aufwärtsbewegung anstatt von einer Bärenmarktrallye auszugehen.

Wieso wird die gegenwärtige Markterholung als unbeliebteste Hausse seit vielen Jahren bezeichnet?

Zuerst ist festzuhalten, dass im Januar 2020, als der kommende Börseneinbruch und dessen Ursachen noch unbekannt waren, die Markttechnik schwach war, und dass sich die Aktienmärkte schon damals in Gefahr befanden. Der Optimismus was sogar weiterhin auf sehr hohem Niveau, als Corona sich schon seit Wochen ausbreitete. Als die ersten massiven Lockdowns auch nach Europa kamen, schlug der übertriebene Optimismus in Windeseile in Panik um. Wir haben selten einen so schnellen Börsencrash erlebt. In 23 Tagen fiel der S&P 500 in den USA von 3400 auf 2200 Punkte – das gab es noch nie. Stimmungsindikatoren, die sich zuvor in positivem Terrain befunden hatten, kippten rekordverdächtig schnell ins Negative um. So stieg der VIX, der Volatilitätsindex an der New Yorker Börse, von unter 20 auf gut 80 Punkte – ebenfalls eine extreme Entwicklung. In dieser Zeit war die Stimmung völlig am Boden und niemand rechnete mit einer starken Erholung. Genau das fand aber statt. Allerdings ging die Erholung so schnell vor sich, dass viele Investoren den Wiedereinstieg verpassten.

Wie kam die fast ebenso drastische Erholung zustande?

Indem Regierungen und Notenbanken den größten geld- und fiskalpolitischen Impuls aller Zeiten vom Stapel ließen. 21 Billionen Dollar, ungefähr so hoch wie das gesamte US-Bruttoinlandsprodukt, wurden aufgelegt, in der Folge zwei Milliarden Dollar pro Stunde ins Finanzsystem gepumpt. Zudem wurden in kürzester Zeit die größten Forschungsanstrengungen aller Zeiten gestartet, um einen Impfstoff sowie Covid-Medikamente zu entwickeln. Über 120 klinische Studien weltweit laufen seither. Das beruhigte die Anleger offenbar. Aus der Rekordgeschwindigkeit, mit der die Märkte in die Baisse gestürzt waren, wurde nun eine ebenfalls sensationell rasche Erholung. Der Effekt: Billionen Dollar gelangten nicht in die reale Wirtschaft- dort saß der Schock des Lockdowns den Unternehmern noch in den Knochen, sondern an die Finanzmärkte und befeuerte dort die Kurse.

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