Impfstoff-Aktien: Der neue WHO-Überblick und was Anleger beachten sollten

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
06.09.2020, 09:13  |  3983   |   |   

Am 3. September veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein aktualisiertes Übersichtsdokument zur Impfstoffentwicklung gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2. Während die meisten von uns darauf hoffen, dass so schnell wie möglich ein sicherer und wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht, sieht der Investor in uns einmalige Chancen.

Bei voraussichtlich mehr als 10 Euro pro Dosis ergibt sich hier schließlich ein Multi-Milliardenmarkt. Ein paar Dinge sollten wir jedoch wissen, bevor wir uns für eine Impfstoff-Aktie entscheiden.

Impfstoffkandidaten: Wir sind viele

Die Liste der potenziellen Impfstoffe, die uns immun gegen das COVID-19 auslösende Virus machen sollen, wird immer länger. In der jüngsten Übersicht listet die WHO Informationen zu rund 150 Stück auf. Davon befinden sich 34 bereits in klinischen Studien, was bedeutet, dass eine Gruppe von gesunden Menschen unter kontrollierten Bedingungen geimpft wird. In den folgenden Wochen und Monaten werden dann Erkenntnisse darüber gewonnen, ob grundsätzlich ein gewünschter Effekt eintritt und Mindestanforderungen an die Sicherheit gegeben sind.

Über drei Phasen hinweg werden die Gruppen immer größer und vielfältiger. In Phase 2 wird zudem versucht, die optimale Dosierung herauszufinden und sicherzustellen, dass es mehr bringt als ein Placebo. Anschließend wird in Phase 3 umfassender geprüft, welche Risiken beim Einsatz unter verschiedenen Szenarien bestehen.

Es ist ein langer Weg bis zur Marktreife. Doch es lockt eine große Belohnung. Auf die Gewinner kommt ein Umsatzpotenzial in der Größenordnung von 100 Mrd. Euro zu, soweit es gelingt, die Weltbevölkerung davon zu überzeugen, sich impfen zu lassen. Und das würde sich nur auf die erste Runde beziehen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass täglich etwa 385.000 Geburten stattfinden. Das summiert sich auf eine Milliarden Menschen über den Zeitraum von sieben Jahren.

Wenn man dann noch an die Auffrischungen denkt, die möglicherweise häufiger erforderlich sind als bei den klassischen Impfungen, die meist viele Jahre halten, denn ergibt sich auch nach der für 2021 geplanten Kampagne noch ein einkömmliches Geschäft für die Lieferanten.

Impfstofftypen: Die Unterschiede sind groß

Deshalb konzentrieren sich die meisten Beobachter darauf, welcher Impfstoff als Erstes verfügbar sein wird. Ob der erste jedoch tatsächlich das größte Geschäft machen wird, ist noch längst nicht sicher.

Russland behauptet, mit „Sputnik-V“ bereits gewonnen zu haben. Das dafür verantwortliche mikrobiologische Forschungsinstitut Gamaleya aus Moskau hat bereits eine inländische Zulassung. Es führt allerdings parallel die für die internationale Anerkennung notwendige Phase-3-Studie durch, genauso wie sieben weitere Kandidaten.

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