DWS Chart der Woche: Die Geldmenge steigt, aber nicht die Inflation

Gastautor: Simon Weiler
07.09.2020, 09:51  |  177   |   |   

In den vergangenen Monaten ist so manche bis dahin kaum vorstellbare Entwicklung eingetreten. Wir wurden Zeuge eines beispiellosen Einbruchs der Wirtschaftstätigkeit, genauso beispiellos waren aber auch die Rettungspakete von Geld- wie Fiskalpolitik, um die Folgen der Rezession abzufedern. Angesichts der unter großem Druck entwickelten und implementierten Maßnahmen stellt sich natürlich die Frage, ob die hastig verabreichten Maßnahmen nicht irgendwelche unerwünschten Nebenwirkungen entwickeln könnte.

Ein monetärer Indikator, der seit Ausbruch der Krise eine bemerkenswerte Entwicklung zeigt, ist das Wachstum der Geldmenge. In den USA, in der Eurozone, im Vereinigten Königreich, in China, so gut wie überall, kam es zu einem sprunghaften Anstieg der Geldmengenaggregate. Bei Monetaristen lässt diese Entwicklung natürlich die Alarmglocken läuten. Ist das ein Vorbote für einen ebenso sprunghaften Inflationsanstieg? Besteht gar ein Zusammenhang zwischen dem starken Geldmengenwachstum und den anziehenden Inflationserwartungen, wie man sie aus der Bewertung von inflationsindexierten Anleihen ablesen kann? 

Wie aus unserem "Chart der Woche" ersichtlich ist, kann ein aus theoretischen Modellen abgeleiteter Zusammenhang zwischen Geldmengenwachstum (M3) und Inflation auch in der Praxis nachgewiesen werden. Der aktuelle Geldmengenanstieg würde eine (Kern-)Inflationsrate von rund 1,5 Prozent nahelegen. Der statistische Zusammenhang ist aber alles andere als perfekt. 

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