Die Uhr tickt! Wirecard Insolvenz: So melden Anleger ihre Schadensersatz-Forderungen an

Gastautor: Roland Klaus
07.09.2020, 12:21  |  27510   |   |   

Für geschädigte Wirecard-Anleger tickt die Uhr. Wer seine Ansprüche im Rahmen des Insolvenzverfahrens der Wirecard AG anmelden will, muss das bis Ende Oktober tun. Die Sache ist knifflig – deswegen ist anwaltliche Unterstützung in den meisten Fällen sinnvoll.

Im Fall Wirecard ist vieles anders. Dazu gehört auch die Tatsache, dass geschädigte Anleger im Rahmen des Insolvenzverfahrens gute Chancen auf eine Zahlung aus der Insolvenzmasse haben. Normalerweise gilt bei einer Unternehmenspleite: Aktionäre müssen sich hinten anstellen. Erst bedient der Insolvenzverwalter die Gläubiger, also beispielsweise Kreditgeber und Lieferanten. Dann erst kommen die Aktionäre. Bis dahin ist aber in den meisten Fällen nichts mehr da. Deswegen schauen Aktionäre bei fast allen Insolvenzverfahren in die Röhre. Nicht so jedoch bei Wirecard!

Denn diese Spielregeln ändern sich dann, wenn wie im Fall Wirecard Betrug im Spiel ist. Können Aktionäre nämlich nachweisen, dass sie vom Unternehmen geschädigt worden sind (Schaden durch Delikt, §823ff BGB), dann rücken die Aktionäre im Insolvenzverfahren auf die gleiche Stufe wie die Gläubiger. Sie haben also die gleichen Ansprüche wie beispielsweise die Banken, die Kredite an Wirecard vergeben haben.

Hier erfahren Wirecard-Geschädigte Näheres über die Anmeldung ihrer Forderungen im Insolvenzverfahren.

Nach aktuellen Informationen des Wirecard-Insolvenzverwalters Michael Jaffé erscheint eine Quote im unteren zweistelligen Prozentbereich realistisch. Ähnliches signalisiert auch die börsennotierte Wirecard Anleihe (WKN A2YNQ5), die zuletzt zwischen 10 und 13 Prozent notierte. Das bedeutet: Wer mit Aktien und Derivaten von Wirecard 20.000 Euro verloren hat, kann auf eine Zahlung von gut 2.000 Euro aus dem Insolvenzverfahren hoffen. Nicht viel – aber besser als nichts. Weitere Schadensersatzzahlung, beispielsweise aus der Klage gegen den Wirtschaftsprüfer EY würden dazukommen.

Doch was muss man tun, um sich den Anspruch im Insolvenzverfahren zu sichern? Die Sache ist nicht ganz trivial. Die Forderungen müssen bis zum 26. Oktober 2020 angemeldet werden. Aber: Ein einfacher Zweizeiler an den Insolvenzverwalter reicht nicht aus. Sehr wahrscheinlich wird dieser dann die Forderung nicht anerkennen. Vielmehr müssen Anleger ihre Ansprüche sorgfältig und juristisch korrekt begründen. Das ähnelt einer Klageschrift. Theoretisch kann daher ein Anleger seine Forderungen beim Insolvenzverwalter zwar selbst einreichen. In der Praxis ist jedoch die Unterstützung eines Anwalts sehr zu empfehlen.

Anleger, die mit Wirecard-Aktien und Derivaten Geld verloren haben, können die Anmeldung im Insolvenzverfahren durch uns vornehmen lassen. Vorgeschaltet ist eine kostenlose Prüfung, in der wir ihnen sagen, welche Möglichkeiten auf Schadensersatz unsere Anwälte insgesamt für sinnvoll halten und welche Kosten damit verbunden sind.

Einen Wermutstropfen müssen wir jedoch offen ansprechen: Die Kosten einer Anmeldung der Forderung beim Insolvenzverwalter sind nicht unerheblich. Gerade für kleinere Schäden bis etwa 2.000 Euro werden die Anwaltskosten die zu erwartenden Erträge weitestgehend auffressen. Darüber sieht es deutlich besser aus. Bei einer Schadenssumme von 10.000 Euro entstehen für die Anmeldung Kosten von rund 350 Euro oder 3,5 Prozent. Somit kann das Vorgehen bei einer zu erwartenden Insolvenzquote von mindestens zehn Prozent Sinn machen. Bei noch höheren Schäden bessert sich das Verhältnis weiter, da die Kosten degressiv steigen. Allerdings sollten sich Anleger darüber bewusst sein, dass die Insolvenzquote unsicher ist und die vollständige Auszahlung mehrere Jahre dauern wird. Auch über die Kosten einer Anmeldung zum Insolvenzverfahren informieren wir im Rahmen der kostenlosen Prüfung.

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