Benzinerskandal TFSI 2.0 mit Abschalteinrichtung: Wo wurde der Benzinmotor noch eingesetzt?

08.09.2020, 10:35  |  232   |   |   

Der Audi Q5 mit Benzinmotor und Abschalteinrichtung löste Entsetzen aus: Weitet sich der Dieselskandal, der vor genau fünf Jahren begann, nun zum Benzinerskandal aus? Fest steht, dass der im Audi Q5 verbaute Motor TFSI 2.0 in zahlreichen weiteren Modellen eingesetzt wurde. Enthalten diese auch eine illegale Abschalteinrichtung?

 

In einem Gerichtsgutachten aus diesem Jahr stellt ein unabhängiger Sachverständiger fest, dass ein Audi Q5-Benziner über eine Abschalteinrichtung in Form einer Lenkwinkelerkennung verfügt. Diese Art der Abschalteinrichtung ist bereits aus dem Dieselskandal des VW-Konzerns bekannt und taucht nun laut Gutachter im Motor TFSI 2.0 auf, wobei die Abkürzung für „Turbocharged Fuel Stratified Injection“ steht.

 

Anhand der Lenkbewegungen erkennt die Motorsteuerung, ob sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand der Zulassungsbehörden befindet oder im normalen Straßenverkehr. Bei geringem Lenkwinkeleinschlag – wie in Testsituationen – reinigt der Motor die Abgase ausreichend, um die Zulassung zu erhalten. Im Straßenverkehr schaltete sich die Abgasreinigung jedoch ab und das Auto fährt weit schmutziger als gesetzlich erlaubt.

 

Gutachten und VW-Dokumente belegen Abschalteinrichtung

 

Dieses Vorgehen erkannte der Gutachter auch beim Audi Q5 mit dem Benzinmotor TFSI 2.0 der Abgasnorm Euro 6 aus dem Baujahr 2015. Der untersuchte Audi überschritt bei starken Lenkbewegungen die gesetzlichen Grenzwerte für Stickoxide und Kohlenmonoxid. Die Emissionswerte lagen sogar 300 Prozent über den eigenen Herstellerangaben von Audi.

 

Das Vorhandensein der Lenkwinkelerkennung in Benzinern wird durch ein VW-internes Schreiben bestätigt. Das Dokument liegt dem Sender SWR vor und belegt, dass Benzinmotoren mit dem Automatikgetriebe AL 551 bei einem Lenkwinkel von unter 15 Grad die Abgase reinigen – bei starken Lenkbewegungen wie im Regelbetrieb jedoch „so gut wie nie“.

 

Motor TFSI 2.0 in weiteren Benzinern verbaut

 

Vermutlich wird es beim Benzinerskandal nicht beim Audi Q5 bleiben. Der dort gefundene Motor – der TFSI 2.0 – wird unter dem Namen TSI 2.0 auch in anderen Fahrzeugen der Volkswagen-Tochtermarken Seat und Skoda sowie in VW-Fahrzeugen eingebaut. Der Ottomotor der Euronorm 6 stammt aus der Baureihe VW EA 888 – ein von Volkswagen selbst entwickelter Motor. Lediglich die Verkaufsbezeichnung unterscheidet sich.

 

Der Verdacht liegt nun nahe, dass Fahrzeuge mit diesem Benzinmotor ebenfalls eine Abschalteinrichtung enthalten und damit von einer Stilllegung wegen Nichteinhaltung der gesetzlichen Vorgaben bedroht sind. Noch gibt es keine offiziellen Rückrufe, da die zuständigen Behörden den Fall selbst prüfen. Aktuell ist bekannt, dass der Motor als TFSI 2.0 oder als TSI 2.0 der Euronorm 6 in folgenden Modellen eingesetzt wird:

 

Audi

  • Audi Q3

  • Audi Q5

  • Audi Q7

  • Audi A1

  • Audi A3

  • Audi A4

  • Audi A5

  • Audi A6

  • Audi A7

  • Audi A8

 

VW

  • VW Golf 7

  • VW Sharan II

  • VW Arteon

  • VW Beetle

  • VW Passat B8

  • VW Tiguan II

  • VW Arteon

  • VW T-Roc

 

Seat

  • Seat Leon III

  • Seat Ateca

  • Seat Alhambra II

 

Skoda

  • Skoda Octavia III

  • Skoda Superb III

  • Skoda Karoq

  • Skoda Kodiaq

 

Handelt es sich tatsächlich um den baugleichen Motor wie im Audi Q5, müssten diese Benziner-Modelle ebenfalls eine illegale Abschalteinrichtung enthalten.

 

Im Benzinerskandal anwaltlich beraten lassen

 

Fahrer von Fahrzeugen mit einem TFSI 2.0 oder TSI 2.0 der Euronorm 6 sollten sich nun von einem erfahrenen Anwalt beraten lassen. Die Verbraucherrechtskanzlei VON RUEDEN berät Benziner-Fahrer kostenlos und unverbindlich. Die Experten im Abgasskandal prüfen, welche rechtlichen Ansprüche die Besitzer geltend machen können. Bisher vertritt die Kanzlei bundesweit bereits über 12.000 Mandanten gegen die deutschen Autohersteller. Nehmen Sie Kontakt auf und nutzen Sie die kostenlose Erstberatung: telefonisch unter 030 – 200 590 770 oder per Mail an info@rueden.de.



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