Musik-Branche im Fokus Spotify und Tencent Music festigen Marktstellung zum Nachteil von Amazon, Alibaba und Apple

15.09.2020, 11:27  |  7381   |   |   

Der Konkurrenzkampf im Streaming- und Entertainment-Bereich ist groß. Mittlerweile haben Apple, Amazon und Alibaba im Musikmarkt ihre Fühler weit ausgestreckt. Doch Spotify Technology sowie Tencent Music kooperieren und machen neue Deals, was die großen Mitbewerber wohl oder übel zur Kenntnis nehmen müssen. Markus Frohmader hat sich im Smart Investor ein genaueres Bild gemacht.

Spotify Technology ist neben Apple Music und Amazon Music der weltweit führende Anbieter von Musikstreaming in mehr als 90 Ländern. Aus 60 Millionen geschützten Musiktiteln verschiedener Labels können die mehr als 299 Millionen aktiven Nutzer und 138 Millionen zahlenden Abonnenten des ursprünglich in Schweden entwickelten Unternehmens wählen. Die Verkündung eines neuen Lizenzvertrags mit der Universal Music Group feierte der Kurs mit einem Sprung von mehr als acht Prozent.

Universal ist das weltweit führende Label neben Sony Music und der Warner Music Group. Letztere erzielt mittlerweile mehr als 70 Prozent ihrer Umsätze aus digitalen Quellen. Spotify gelang über einen Aktientausch mit Tencent Music Entertainment die Partizipation am begehrten chinesischen Musikmarkt. Das noch zu mehr als 60 Prozent zur Tencent Holding gehörende chinesische Streamingpendant betreibt mit QQ Music, Kugou, Kuwo und der Karaoke-App WeSing mehrere Online-Musikplattformen und bedient damit mehr als 650 Millionen monatlich aktive Nutzer, von denen allerdings nur knapp 43 Millionen bezahlen.

Das Unternehmen besetzt mit circa 60 Prozent den Löwenanteil im Musikgeschäft im bevölkerungsreichsten Land und hat mit umfangreichen exklusiven Deals mit den oben genannten Labels nicht nur seine Marktstellung weiter gefestigt, sondern auch den Wettbewerbshüter in China auf den Plan gerufen. Umgekehrt sicherte sich Tencent Holding einen Anteil an der Universal Music Group und damit Zugang zu Content, für den seine chinesischen Wettbewerber wie Alibaba oder NetEase bezahlen, und treibt damit seine erfolgreiche Strategie des Cross-Sellings über seine riesige Nutzerbasis voran.

Fazit

Musik ist für viele nicht mehr wegzudenken. Alternative Kulturangebote und Formate helfen über Durststrecken hinweg. Solide Finanzen erlauben Zukäufe und rüsten für die Expansion. Schwächephasen bieten mutigen Investoren Einstiegschancen. Die Vielfältigkeit des Sektors ermöglicht Diversifikation über Produkte, Dienstleistungen sowie Konsumformate. Die Attraktivität der Branche lässt sie immer weiter zusammenwachsen. Hoffentlich nicht zulasten der Künstler, denn von ihnen lebt letztlich die Musik.

Autor: Markus Frohmader


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