Aktien Der schwärzere Schwan

Gastautor: Uwe Zimmer
15.09.2020, 21:27  |  508   |   |   

Ein leichtes Nachgeben der Kurse und schon kommen sie wieder: die Prediger des Untergangs. Der Boom könne nicht ewig dauern, es müsse wieder nach unten gehen, Anleger stünden vor Verlusten. Die ersten beiden Punkte sind auf lange Sicht möglich und wahrscheinlich, vor dem dritten kann man sich schützen.

Natürlich endet jeder Boom einmal, nichts währt ewig. Gerade an der Börse ist das auch der Vorteil der Crash-Propheten: Irgendwann haben sie immer einmal recht. Nur wer sich an ihre Warnungen gehalten hat, hat es versäumt, in den Boomzeiten zu verdienen, selbst wenn er dann im Abschwung nichts verliert. Und natürlich werden Kurse auch wieder einmal sinken. Diese Zeit aber ist noch nicht gekommen.

Die gewaltige Geldschwemme der Notenbanken macht Aktien, überhaupt Risikoassets, nachgerade alternativlos. Die Banken können gar nicht so viele Kredite ausreichen, wie sie mit Geld von den Zentralbanken gefüttert werden. Also fließt ein guter Teil des billigen Geldes in Anlagen. Bei Aktien sorgt das für Rekorde trotz Corona, bei Anleihen für immer weiter sinkende Renditen. Aber was bleibt privaten wie institutionellen Investoren anders übrig?

Nun ist eine Kehrtwende in den Notenbankpolitiken nicht zu sehen. Und auch das Zentralbankentreffen hat keinen Anlass zur Vermutung gegeben, die geldpolitischen Zügel würden in absehbarer Zeit wieder angezogen. Das wird dafür sorgen, dass auch in den kommenden Monaten alle Assetklassen steigen werden. Es sei denn, ein schwarzer Schwan erscheint.

Um die Märkte aus eingetretenen Pfaden zu lösen braucht es besondere, einschneidende Ereignisse. Und ganz offensichtlich war Corona das noch nicht. Der Pandemieschwan war noch nicht schwarz genug. Es bedarf eines noch schwärzeren Schwans, um den Aufwärtstrend abrupt zu stoppen. Schwärzer als Corona, schlimmer als der Lockdown? Schwer vorzustellen, aber das war die Pandemie auch.

Deshalb zum dritten Punkt: Verluste. Verluste bedeuten, dass Anleger weniger erhalten als sie eingezahlt haben. Das ist unwahrscheinlich, wenn sie lange genug investiert waren. Nur wer erst bei Rekordständen einsteigt, dem drohen Verluste. Und selbst davor kann man sich schützen: mit Absicherungsinstrumenten, durch klare Vorgaben für Abwärtsphasen und vor allem durch gutes und tiefgehendes Research vor dem Kauf. Dann lässt sich der schwärzere Schwan zumindest abwettern, wenn nicht sogar davon profitieren.

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