Kann ING es mit Square und Paypal aufnehmen?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
16.09.2020, 08:43  |  807   |   |   

Hierzulande fällt die ING (WKN: A2ANV3) oft durch amüsante TV-Werbung inklusive Promiauftritten von Dirk Nowitzki auf. Die beliebte Direktbank in Deutschland gehört zu der niederländischen Muttergesellschaft, die ebenfalls ING heißt. Naturgemäß ist die Direktbank stark auf Digitalisierung ausgelegt, in den letzten Jahren vor allem mit Schwerpunkt auf mobiles Banking mit dem Smartphone.

Nun haben es Banken heutzutage nicht so einfach. Das Niedrigzinsumfeld sorgt für Schwierigkeiten beim Brot-und-Butter-Geschäft der Banken, den Zinsgeschäften. Üblicherweise verzinst eine Bank die Bankeinlagen ihrer Kunden auf dem Tagesgeldkonto und verleiht dieses Geld im Hintergrund an andere Privatpersonen oder Unternehmen – natürlich zu einem höheren Zins. Die Differenz zwischen dem Zins auf dem Tagesgeldkonto und dem erzielten Zinssatz bei dem Kredit ist die Marge der Bank. Durch die europäische Geldpolitik ist dieses Unterfangen nicht mehr so lukrativ, was viele Banken in finanzielle Schwierigkeiten gebracht hat.

Darüber hinaus tauchen vermehrt FinTechs auf, die zwar (noch) nicht am üblichen Bankgeschäft interessiert sind. Allerdings kann sich das schnell ändern. Immerhin beschäftigen sich viele dieser FinTechs mit Zahlungsabwicklungen, Vermögensverwaltung oder Brokerage – es gibt also teilweise Überschneidungen zu Tätigkeitsfeldern von Banken. Auch der Trend, sogenannte „unbanked people“ ersatzweise mit einer Finanz-App anstatt einem Konto auszurüsten, spielt den Banken nicht unbedingt in die Karten.

ING vs. Square und Paypal

Bekannt FinTechs sind zweifelsohne Square (WKN: A143D6) und Paypal (WKN: A14R7U). Beide Akteure sind vorwiegend für ihre B2B-Geschäfte bekannt, obwohl sie bereits nennenswert im B2C-Sektor vertreten sind. Mit der Cash App respektive Venmo haben beide US-Akteure Smartphone-Applikationen, die es Menschen ermöglichen, untereinander Geld zu verschicken und Zahlungen zu erhalten.

Auch der Handel mit Wertpapieren findet hier Einzug, womit die beiden Unternehmen Transaktionsgebühren vereinnahmen. Während die Nutzerzahlen beider Apps weiter steigen, werden sicherlich in Zukunft mehr Angebote vorhanden sein, um die Nutzer weiter zu monetarisieren. Vor allem Produkte mit hohen Provisionssätzen wie Versicherungen könnten hier zunehmend Einzug erhalten.

Die ING hat für ihre Bank- und Depotkunden ebenfalls eine recht innovative App, die stetig mit neuen Updates versorgt wird. Ich persönlich habe ein Konto bei ING und nutze die App beinahe täglich, weshalb ich das aus meiner Warte heraus recht gut beurteilen kann. Vor ein paar Tagen habe ich die App geöffnet und wurde auf etwas hingewiesen. In naher Zukunft soll es Nutzern möglich sein, Versicherungen direkt über seinen Kontozugang abzuschließen. Das hat gleich meine Aufmerksamkeit geweckt

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