Chip-Branche im Übernahmefieber – Könnte Infineon jetzt auf der Einkaufsliste stehen?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
16.09.2020, 09:01  |  335   |   |   

In der Chip-Branche kommt es immer häufiger zu immer größeren Übernahmen. Gerade erst hat NVIDIA (WKN: 918422) bekannt gegeben, ARM Holdings von der japanischen SoftBank (WKN: 891624) für 40 Mrd. US-Dollar zu übernehmen. Ein ziemlich stolzer Preis für ein Unternehmen, das im letzten Geschäftsjahr nicht profitabel war. Auch in Europa kam es schon zu milliardenschweren Übernahmeangeboten. Da könnte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Infineon (WKN: 623100) das Interesse finanzkräftiger Konkurrenten weckt, oder?

Schauen wir uns dazu an, womit Infineon sein Geld verdient und wie die Bilanz aussieht.

Umsatz rauf – Gewinn runter

Ein großer Geschäftsbereich sind beispielsweise Chips für die Automobilindustrie. Das hat den Vorteil, dass man in einer Branche mit langen Produktzyklen tätig ist. Gleichzeitig ist der Markt aber auch verhältnismäßig klein.

Im letzten Geschäftsjahr ist ein Umsatz von 8 Mrd. Euro zusammengekommen. Das war ein Anstieg von 6 % gegenüber dem Vorjahr. Unterm Strich blieb ein Gewinn nach Steuern in Höhe von 870 Mio. Euro oder 0,75 Euro je Aktie.

Im dritten Geschäftsquartal ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9 % gestiegen. Dafür  ist vor allem die inzwischen abgeschlossene Übernahme der Cypress Semiconductor Corporation verantwortlich. Deren Umsatz findet sich nun komplett in den Infineon-Zahlen wieder. Den Gewinn konnte die Übernahme dagegen nicht retten. Nach Steuern bleibt ein Verlust von 128 Mio. Euro, oder 0,11 Euro je Aktie, übrig. Der Verlust ist allerdings komplett auf Abschreibungen zurückzuführen. Im laufenden Quartal könnte Infineon daher also wieder in die Gewinnzone zurückfinden. Im laufenden Jahr konnte Infineon bisher einen Gewinn von 224 Mio. Euro, oder 0,20 Euro je Aktie, verbuchen.

Ausblick auf das Gesamtjahr bestätigt

Angesichts der durchaus robusten Zahlen hat Infineon den Ausblick auf das Gesamtjahr bestätigt. Erwartet wird ein Umsatz in Höhe von 8,5 Mrd. Euro. Das wäre ein Anstieg um etwa 6 % gegenüber dem Vorjahreswert.

Die vor Kurzem abgeschlossene Übernahme von Cypress hat die Bilanz aber mit hohen Schulden belastet. Insgesamt waren am Ende des vergangenen Quartals 7,1 Mrd. Euro an langfristigen Finanzverbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen. Das ist ein hart zu verdauender Brocken für jeden, der daran interessiert wäre, Infineon zu übernehmen. Denn angesichts des Gewinns von 870 Mio. Euro, den Infineon im vergangenen Geschäftsjahr ausweisen konnte, ist der Schuldenberg verhältnismäßig groß.

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