Heibel-Ticker Börsen-Ausblick Erste Schnäppchen werden schon sichtbar

Gastautor: Stephan Heibel
16.09.2020, 10:57  |  617   |   |   

 

Der September ist - historisch betrachtet - ein gefährlicher Monat. Zum Ende des Jahres hin steigen die Kurse gerne mal an, doch jetzt ist es in meinen Augen zu früh, um voll einzusteigen. Wir haben unsere Cashposition auf 30% des Portfolios hochgefahren, um im Falle eines Falles handlungsfähig zu sein...

...sollten die Kurse jetzt schon ohne uns abheben, werden wir halt ein wenig verspätet aufspringen. Aber ich halte das Risiko, unsere gute Jahresperformance zu verlieren, für größer als das Risiko, die ersten paar Prozent einer Fortsetzung der Rallye zu verpassen.

Denn es stehen einige kritische Entwicklungen an:

1. Junge Aktionäre

Wir haben neue Anleger am Aktienmarkt zu begrüßen. Der Lockdown hat viele junge Menschen dazu bewegt, sich mit Online-Trading zu beschäftigen. Trade Republik und Robinhodd haben es jungen Anlegern ermöglicht, mit Corona-Profiteuren exorbitante Gewinne zu erzielen. Diese neuen Anleger kennen bislang nur Gewinne. Sie kennen keine Konsolidierung, keine Korrektur und auch keine Verluste.

Wann immer der Markt einmal ein wenig länger als drei Tage rote Vorzeichen ausweist, dürften viele dieser neuen Jung-Anleger in Panik geraten. Was wir bislang gesehen haben, ist meines Erachtens nur ein Vorgeschmack.

2. Rotation

Ein zweiter Trend ist weiterhin die Rotation aus den Corona-Profiteuren heraus in die Nachzügler. Die Shop Apotheke ist ein prominenter Fall: Zwischenzeitlich war sie seit dem Crash im März um das Vierfache angestiegen: Von 40 auf 160 Euro! In den vergangenen Tagen ist die Aktie nun auf 130 Euro eingebrochen.

Das Geschäft der Shop Apotheke entwickelt sich blendend. Die Aktie hat außerdem den Sprung vom SDAX zum MDAX geschafft. Am 21. September erfolgt der Wechsel. Doch die Kursphantasie für dieses Ereignis war ausgespielt, als die Deutsche Börse Anfang September den Wechsel bekannt gab: Es erfolgten Gewinnmitnahmen, die zu dem Kurssturz führten.

Eine Chance? Nun, die Shop Apotheke wächst mit 30% im Jahr, erwirtschaftet aber noch keinen Gewinn und häuft immer größere Schulden an. Eine Milliarde Euro Jahresumsatz werden mit zwei Milliarden Euro Marktkapitalisierung bewertet (KUV = 2). Hmm, das ist für ein Wachstumsunternehmen nicht schlecht. Aber die 30% Wachstum sind meines Erachtens ein Einmaleffekt dank Corona, so dass ich die Entwicklung nicht linear in die Zukunft fortschreiben würde. Aber ein KUV von 2 ist nicht zu teuer.

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