Heibel-Ticker Leserfrage Digitale Währungen sind nicht wertstabiler als Papiergeld

Gastautor: Stephan Heibel
17.09.2020, 10:58  |  149   |   |   

 

Ein Leser fragte mich letzte Woche nach digitalen Währungen, und deren Einfluss auf die Aktienkurse.

Fr, 11. September um 17:22 Uhr

Lieber Herr Heibel,
Ein vieldiskutiertes Thema ist im Moment CBDC – Central Bank Digital Currency.
Früher oder später wird so eine digitale Währung den Euro ablösen.
Welche direkte oder indirekte Auswirkungen könnte das für Aktieninvestments haben?
Konkret: kann so eine digitale Zentralbankenwährung theoretisch und praktisch den Kurs einer Aktie beeinflussen?
LG
Harald aus Wien

Antwort

 

Das kommt auf die Ausgestaltung der digitalen Währung an. Auch für den Bitcoin gibt es ein Gremium, das die Menge der zu schürfenden Bitcoins festlegt. Dieses Gremium kann derzeit jedoch nicht durch Zentralbanken beeinflusst werden, also beschäftigen sich Zentralbanken mit der Konzeption einer eigenen digitalen Währung.

Sie spielen darauf an, dass die ultralockere Geldpolitik der vergangenen Jahre den Aktienmarkt in die Höhe treibt. Das wäre mit einer digitalen Währung unter der Regie von Notenbanken vermutlich genauso möglich. Derzeit sind Bitcoin und andere Kryptowährungen Fluchtorte, genau wie das Gold, um sich der Liquiditätsflutung durch die Notenbanken zu entziehen.

Wichtig ist, wer die Geldmenge steuert. Es ist egal, ob die Währung digital oder auf Papier gedruckt wird.

Die bisherige Leserfragen und meine Antworten sowie zukünftige Leserfragen finden Sie unter heibel-ticker.de/leserfragen

 

 

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