Keine Verjährung im VW Diesel Abgas-Skandal – Klage weiter aussichtsreich

Gastautor: Roland Klaus
17.09.2020, 12:58  |  666   |   |   

Besitzer eines Diesel aus dem VW-Konzern (Audi, Skoda, Seat) müssen keine Angst vor Verjährung haben, wenn sie wegen Abgas-Manipulation auf Schadensersatz klagen. So gut wie alle Modelle des Herstellers können betroffen sein. Warum sich eine Klage lohnt.

Volkswagen gibt derzeit vor mehreren deutschen Gerichten klein bei, wenn es um das Thema Verjährung in Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal geht. Bisher argumentierte das Unternehmen, dass Schäden aus Abgas-Manipulationen nach drei Jahren verjährt seien. Somit hätten Besitzer eines Diesels mit dem Skandal-Motor EA189 aktuell nicht mehr auf Schadensersatz klagen können.

Doch der Bundesgerichtshof (BGH) hat klargestellt: VW hat sich im Diesel-Skandal der vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung gemäß §826 BGB schuldig gemacht. In diesen Fällen gilt eine Verjährungsfrist von zehn Jahren. Damit steht fest: Besitzer eines manipulierten Diesels aus dem VW-Konzern - also auch Audi, Seat und Skoda – können aktuell noch ihr Recht auf Schadensersatz einklagen. Die Ansprüche sind nicht verjährt!

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Übrigens gilt dies nicht nur für die allseits bekannten Diesel-Motoren EA189, sondern auch für das Nachfolge-Modell EA288 sowie die größeren 3,0 Liter Modelle EA897. Auch wer etliche Kilometer mit dem Fahrzeug gefahren ist, sollte nicht vor einer Schadensersatz-Klage zurückschrecken. Zwar muss er sich eine sogenannte Nutzungsentschädigung für den Gebrauch des Fahrzeugs anrechnen lassen, doch dies ändert zumeist wenig an der Attraktivität einer Klage.

Dies zeigt folgendes Beispiel: Sie haben vor drei Jahren einen Neuwagen zu einem Preis von 45.000 Euro gekauft und sind bis jetzt 40.000 km gefahren. Ein solches Fahrzeug ist nach DAT und Schwacke-Gesichtspunkten aktuell noch 22.500 Euro wert. In der Praxis können viele Diesel-Fahrzeuge jedoch nicht zu diesen Schätzwerten verkauft werden. Realistisch ist vielmehr ein Verkaufswert von etwa 16.000 Euro.

Über die Schadensersatzklage gegen den Hersteller wird lediglich eine Nutzungsentschädigung von 6.000 Euro vom Kaufpreis abgezogen. Dabei unterstellt man eine Gesamtlaufleistung des Fahrzeugs von 300.000 Kilometern. 40.000 gefahrene Kilometer entsprechen also 13 Prozent. Diese 13 Prozent auf den Kaufpreis 45.000 Euro gerechnet ergeben 6.000 Euro. In der Folge können Sie Ihr Fahrzeug an den Hersteller zurückgeben und erhalten hierfür noch einen Betrag in Höhe von 39.000 Euro.

Der Vorteil einer Klage beläuft sich also in diesem Fall auf 23.000 Euro (Differenz aus 39.000 und 16.000 Euro). Selbst wenn man unterstellt, dass der Schwacke-Schätzwert beim Verkauf erreicht wird, liegt der Vorteil immer noch bei mehr als 16.000 Euro. Dieses typische Beispiel zeigt, dass jeder VW-Diesel-Besitzer sich zumindest mit einer Schadensersatzklage beschäftigen sollte. Nach dem BGH-Urteil sind die juristischen Eckpunkte weitgehend geklärt, so dass eine Klage mit einem geringen Risiko einhergeht. Die Interessengemeinschaft Widerruf zeigt Ihnen im Rahmen einer kostenlosen und unverbindlichen individuellen Prüfung, welche Kosten und Chancen mit einer Klage verbunden sind.

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