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Positive Überraschungen Corona bestimmt weiterhin das Kursgeschehen: Gold obenauf, Tourismus am Boden

18.09.2020, 16:46  |  11005   |   |   

Das Coronavirus beeinflusst weiterhin die Entwicklung vieler Smart Investor-Aktientipps aus dem vergangenen Jahr. Die Pandemie hat sowohl für positive als auch für negative Überraschungen gesorgt. Jürgen Büttner stellt sie vor.

Wer sich den MSCI-Weltindex über ein Jahr lang nicht angeschaut hat, könnte glauben, seit Juli 2019 nichts verpasst zu haben – schließlich trat er in dieser Zeit auf Eurobasis unter dem Strich auf der Stelle. Doch dieser Schein trügt, weil nicht zuletzt das Coronavirus zwischenzeitlich für erhebliche Volatilität gesorgt hat. Die Differenz zwischen Tief und Hoch seit Juli 2019 beträgt beim MSCI Weltindex immerhin mehr als 50 Prozent.

Notierungen auf dem Niveau vom Juli des Vorjahrs lassen zwar etwas anderes vermuten, doch auch die sonstige Welt war sehr stark in Bewegung. Das fällt bei einer Rückschau auf Smart-Investor-Altempfehlungen auf – wobei etliche Einschätzungen bestimmt komplett anders ausgefallen wären, wenn man von einer anstehenden Pandemie gewusst hätte. Zum Glück erwiesen sich aber nicht alle COVID-19-Effekte als negativ. Teilweise begünstigten sie die eingegangenen Wetten sogar.

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Goldaktien profitieren, ...

Vorteilhaft wirkte sich das Geschehen rund um das Coronavirus bisher auf den Edelmetallsektor aus. Von der damit einhergehenden Verunsicherung sowie der deswegen betriebenen ultraexpansiven Geld- und Fiskalpolitik profitieren Gold und Goldproduzenten. Sieben der acht betriebenen Bergwerke von Agnico Eagle Mines waren zwar vorübergehend pandemiebedingt in ihrer Tätigkeit beschränkt – aber die jüngsten Quartalszahlen fielen dennoch besser aus als erwartet.

Prozentual sogar noch stärker gestiegen als bei Agnico sind die Kurse bei Teranga Gold (IK*). Bei dem ebenfalls in Kanada ansässigen Förderer half eine im zweiten Quartal um 40 Prozent gesteigerte Goldproduktion. Außerdem übertrafen die Ergebnisse der vorläufigen Machbarkeitsstudie zum Goldkomplex Sabodala-Massawa im Senegal die Erwartungen. Geplant ist hier eine Produktion von 384.000 Unzen Gold zu Gesamtkosten von 671 US-Dollar pro Unze im Zeitraum 2021 bis 2025. Aufgrund von Rekordkursen und damit völlig intakten Aufwärtstrends empfiehlt es sich bei beiden Aktien, investiert zu bleiben.

… Tourismus, Öl und Autos leiden

Auf die Tourismusbranche wirkte sich COVID-19 hingegen katastrophal aus. Die eingeschränkte Bewegungsfreiheit legte das Reisegeschäft weltweit still. Ohne Urlauber kann selbst der weltgrößte Touristikkonzern TUI keine Geschäfte machen. Zur Liquiditätssicherung war man eben erst erneut auf einen Staatskredit angewiesen. Der Kurs mag ausgebombt erscheinen, aber falls steigende Infektionszahlen und ein ausbleibender Impfschutz den Reisebetrieb nachhaltig lahmlegen, könnte es für TUI eng werden. Deshalb sollte man so lange die Finger von diesem Wert lassen, bis das schwache Chartbild Kaufsignale liefert.

Schon allein charttechnische Überlegungen sprechen auch bei Scorpio Tankers und EDAG Engineering dafür, bis auf Weiteres Abstand zu halten: Beide Aktien stecken in völlig intakten Abwärtstrends. Scorpio, Betreiber einer Tankerflotte zum Transport von Benzin und Heizöl, hatte damit zu kämpfen, dass COVID-19 die Nachfrage nach Öl und raffinierten Erdölprodukten erheblich verringerte – ein Umfeld, in dem sich eine hohe Verschuldung als Bürde erwies. Echte Value-Anleger dürften eine Notiz deutlich unter dem Nettoinventarwert von 25,70 US-Dollar interessant finden. Die Gesellschaft räumt aber selbst ein, die Auswirkungen auf Betriebsergebnis und Finanzlage durch das Coronavirus nicht beurteilen zu können. Als Anleger tappt man somit erst recht im Dunkeln, was für große Risiken spricht.

EDAG, ein Ingenieursdienstleister für die Automobilindustrie, leidet darunter, dass die Pandemie die Kfz-Branche ausgebremst hat. Die Schweizer wollen zwar gestärkt aus der Krise hervorgehen, wobei etwa eine steigende Nachfrage nach digitalen Dienstleistungen für die Mobilitätsindustrie neue Chancen bietet. An der Börse spielen solche Überlegungen derzeit aber keine Rolle, wie frische Tiefstkurse belegen. Skeptisch eingestellt ist etwa die Deutsche Bank, die das Kursziel von sechs auf fünf Euro gesenkt hat. Bis sich Nachrichtenlage und Chartbild bessern, empfehlen auch wir hier Zurückhaltung.

Kauftipptrio mit Rekordjagd

Der IT-Sicherheitsdienstleister Secunet Security Networks profitiert davon, dass die Zunahme der Arbeit im Homeoffice im Zuge der Krise die Bedeutung sicherer mobiler Arbeitsplätze noch einmal unterstrichen hat. Das kurbelt die ohnehin gut laufenden Geschäfte weiter an, und im aktuellen Geschäftsjahr winken zum siebten Mal in Folge Bestmarken bei Umsatz und EBIT. Das spricht dafür, Buchgewinne weiter laufen zu lassen.

So lautet der Anlagerat auch bei init innovation in traffic systems. Dieser deutsche Digitalspezialist für den öffentlichen Personennahverkehr sieht sich von COVID-19 allgemein nicht betroffen und in Teilbereichen sogar begünstigt. Jedenfalls verspricht der Vorstand nach wie vor, ein Umsatzwachstum von im Schnitt jährlich 15 Prozent zu generieren – eine Perspektive, die in einem von geringem Wachstum geprägten Umfeld auch künftig auf positive Resonanz stoßen sollte. Inmitten der Pandemie ist dieser Wert jedenfalls auf Kursrekordjagd eingeschwenkt.

Auf diesem Trip befindet sich die Zur Rose AG (IK*). Europas größte E-Commerce-Apotheke scheint ideal positioniert, um von der strukturellen Verlagerung hin zum Onlinebetrieb des Pharmageschäfts in einem noch deutlich unterpenetrierten Markt zu profitieren; zumindest sprechen dafür ein starkes Kundenangebot und hohe Markteintrittsbarrieren. Besonders optimistisch sind hier mit einem Kursziel von 450 Schweizer Franken die Jefferies-Analysten. Auch Smart Investor rät nach Buchgewinnen von 180 Prozent dazu, am Ball zu bleiben.

Autor: Jürgen Büttner


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*Hinweis auf Interessenkonflikt (IK): Ein im Text mit "IK" gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt der Erscheinung der Smart Investor-Ausgabe 09/20 von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.


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