Grenke will Viceroy-Vorwürfe mit Sondergutachten aus dem Weg räumen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
18.09.2020, 17:53  |  668   |   |   

(neu: Schlusskurs im zweiten Absatz, dritter Absatz wurde aktualisiert)

BADEN-BADEN (dpa-AFX) - Mit einem Sondergutachten will der Leasingkonzern Grenke heftigen Vorwürfe eines durch die Wirecard-Insolvenz bekannten Investors aus der Welt räumen. "Aufgrund der Schwere der Anschuldigungen hat der Vorstand dem Aufsichtsrat vorgeschlagen, ein Sondergutachten erstellen zu lassen", teilte das Unternehmen am Freitag in Baden-Baden mit. "Um zügig Ergebnisse zu erzielen, hat der Aufsichtsrat den bestehenden Abschlussprüfer KPMG mit einer Prüfung beauftragt."

Erneut wies das Unternehmen alle Vorwürfe von der Investorengruppe Viceroy zurück, die vom britischen Spekulanten Fraser Perring angeführt wird. "Nach einhelliger Auffassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind sämtliche Anschuldigungen in allen Themenbereichen unbegründet." An der Börse halfen Beteuerungen nicht weiter weiter. Die im MDax notierte Aktie pendelte während der Presse- und Analystenkonferenz um den Vortagsschluss, geriet zum Handelsende hin aber wieder unter Druck und büßte letztendlich 6,62 Prozent auf 33,30 Euro ein.

Der Kurs war nach der Veröffentlichung des 64 Seiten langen Berichts von Viceroy Research am Dienstag und Mittwoch um insgesamt mehr als die Hälfte auf weniger als 24 Euro gefallen - in der Spitze sank der Börsenwert des Unternehmens damit um mehr als 1,4 Milliarden Euro. Nachdem Grenke am Donnerstagmorgen ausführliche Stellungnahmen angekündigt hatte, konnte sich die Aktie aber zumindest wieder etwas erholen. Zuletzt lag sie aber immer noch fast 40 Prozent unter dem Niveau, das sie vor der Shortseller-Attacke innehatte.

Das Beispiel Wirecard steckt vielen Anlegern noch mit Schrecken in den Knochen. Perring war einer der ersten Investoren, die sich gegen den Zahlungsdienstleister positionierten. Perring hielt die Vorwürfe gegen das inzwischen insolvente Unternehmen trotz viel Kritik und Druck von Seiten Wirecards aufrecht. Grenke-Vorstandsvorsitzende Antje Leminsky wehrte sich gegen einen Vergleich mit Wirecard.

"Wir sind ehrbare Kaufleute", sagte sie am Freitag bei einer Pressekonferenz. Die Vorwürfe von Viceroy seien in den vergangenen Tagen detailliert und genau aufgearbeitet worden. So könnten die in dem Bericht erhobenen Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden. "Nach einhelliger Auffassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind sämtliche Anschuldigungen in allen Themenbereichen unbegründet."

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