ROUNDUP Streit zwischen United Internet und Telefónica eskaliert - Kurseinbruch

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
21.09.2020, 09:57  |  989   |   |   

MONTABAUR/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Streit über die Kosten zur Nutzung des Mobilfunknetzes von Telefónica Deutschland (O2) durch den Konkurrenten 1&1 Drillisch verschärft sich. 1&1 und dessen Mutterkonzern United Internet werfen der Tochter des spanischen Konzerns Telefónica vor, die Kosten für die Nutzung des Mobilfunknetzes bereits ab Juli vor Abschluss der laufenden Verhandlungen erheblich erhöht zu haben. Telefóncia Deutschland weist den Vorwurf zurück und sieht die Preiserhöhung durch Verträge und Vereinbarungen gedeckt.

Da 1&1 und United Internet offenbar nicht damit gerechnet haben, mussten beide Unternehmen am Samstag die Prognose für das operative Ergebnis im laufenden Jahr senken. Sie sehen zudem die Gefahr weiterer Gewinnrückgänge in den kommenden Jahren.

Für die Aktien von United Internet und 1&1 Drillisch ging es am Montag zum Handelsauftakt steil bergab. Die im MDax notierte United Internet fiel um 23 Prozent. Die Papiere der im Kleinwertesegment SDax enthaltenen 1&1 Drillisch brachen um 28,2 Prozent ein. Telefonica Deutschland konnte dagegen zunächst zulegen, gab im weiteren Verlauf jedoch ebenfalls leicht um 2,25 Prozent nach.

Für Ulrich Rathe vom Analysehaus Jefferies bedeutet der Preisdisput "ein unkalkulierbares Risiko" für das Geschäftsmodell von 1&1 Drillisch. Gleichwohl befänden sich 1&1 Drillisch und Telefónica Deutschland wohl weiter in konstruktiven Verhandlungen, sodass Letztere eher taktisch agiert haben könnten, schrieb er am Montag in einer Studie. Er blieb daher bei seiner Empfehlung, die Papiere von United Internet und 1&1 Drillisch zu halten und veränderte auch das Kursziel nicht.

Goldman-Sachs-Analyst Andrew Lee fürchtet dagegen angesichts des Preisdrucks einen jahrelangen Gewinnrückgang für United Internet und 1&1 Drillisch und senkte das Kursziel für die beiden Aktien.

Telefónica und 1&1 Drillisch streiten bereits seit längerem über die Preise für die Bereitstellung von Mobilfunkkapazitäten. Diese muss Telefónica Deutschland unter anderem als eine Auflage der Fusion mit E-Plus anbieten.

"1&1 Drillisch hält die von Telefónica ab 1. Juli 2020 geforderten Vorleistungspreise für nicht in Übereinstimmung mit den Selbstverpflichtungen von Telefónica unter der Freigabeentscheidung der EU-Kommission zum Zusammenschluss mit E-Plus", hieß es in der Mitteilung des Unternehmens vom Wochenende. Zudem liegen die Preise nach Darstellung von United Internet nicht im Rahmen des bisher bestehenden sogenannten MBA MVNO-Vertrags (Mobile Bitstream Access - Mobile Virtual Network Operator) mit Telefónica.

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